Das Leben bleibt nicht stehen und Schritt für Schritt geht man der Grube entgegen einfach weiter.
Was eben noch unerträglich schien, ist einige Tage später deutlich geschrumpft.
Der Scheinriese wird enttarnt und alle haben Zeit, ein bisschen durchzuatmen. Bis Freitag, schätze ich.
Dann geht der Spaß in die nächste Runde, nach dem Motto: Ist ein Schulbesuch interessanter als ein Mädschen? Die Antwort darauf wissen wird doch alle.

Ich habe gegrübelt und gegrübelt, viele Spaziergänge damit verbracht, in mich gekehrt durch den Wald zu stapfen, nicht nach links und rechts zu schauen. Ich habe die verwirrten Vögel kaum wahrgenommen, die zwitscherten, als käme der liebe Mai und mache alles grün. Die werden sich noch wundern.
Die Matschlöcher habe ich intuitiv umtanzt, wobei ich doch eines einmal nicht in der Intuition hatte und mittenrein trat, was insofern ungünstig war, als dass ich genau an diesem Tag die Gummistiefel nicht finden konnte. Wer kann auch ahnen, dass sie selbständig im Keller hinter den aufgewickelten Gartenschlauch geflohen waren, weil sie sich von ihrer Arbeit irgendwie beschmutzt fühlten.

Nun ist das Grübeln ja so eine Sache. Macht man es nicht, hat das mitunter negative Auswirkungen. Ohne Denken geht es auch nicht weiter. Wobei mir Killerdog erst kürzlich sehr eindrucksvolle Einblicke in das männliche Denken gewährte. Es scheint so zu sein, dass auch männliche Wesen immer denken, das aber sofort wieder vergessen. Und darum in sich selbst den Eindruck erwecken, nicht zu denken. Seiner Meinung nach ist das also Nichtdenken, weil man nicht daran denkt, dass man denkt.
So schön hat es mir noch keiner erklärt.

Zuviel Denken ist aber auch nicht das Gelbe von den Eiern. Man dreht sich im Kreis herum und denkt und denkt, aber es fehlt der Ausfallschritt.
Wie bei allem im Leben ist das Maß das Entscheidende. Nicht zu viel und nicht zu wenig.
Und wenn man sich ein bisschen bremst, nachdem man sich sozusagen völlig überdacht hat, kommen manchmal einzelne Gedanken zum Vorschein. Die stehen dann ganz singulär herum und lassen sich von allen Seiten bestaunen. Manchmal sind sie eher unscheinbar und manchmal glänzen sie wie ein Stück Alufolie.
Sie können absurd, tröstlich, lustig oder auch sehr schlau sein. Albern, warm und weich, traurig oder ärgerlich.
Wenn sie dann so da stehen, sollte man aber, egal wie sie sind, eines nicht tun: Sie ignorieren. Das wäre nicht gut.
Darum halte ich hier und jetzt diesen einen Gedanken fest, der sich herauskristallisierte und nun in meinem Kopf mitten drin herumsteht und um Beachtung bittet:

Liebesperlen

Wir brauchen hier zur Zeit deutlich mehr Liebesperlen.

(Dumme Gedanken hat jeder, aber der Weise verschweigt sie.
Wilhelm Busch)