Im Supermarkt am Rande der Stadt arbeiten viele rheinische Frohnaturen. Und der Rheinländer ist bekannt für sein gesprächiges Wesen. Da ist es ihm auch egal, wieviele Leute ihm zuhören, lieber ein paar mehr als zu wenig.

Und so kam es, dass ich beim Wochenendeinkauf den Damen beim Schwatz zuhören durfte.

Kasse 1: „Nääää, schon widder dä Rolle leer!“ (nestelt an der Bon-Rolle)
Kasse 2: „Och, isset denn? Ich dachte, dat Martina hät dat jewechselt.“
Kasse 1: „Jojo dat, sischer. Ever wat willste maache, da sin ja esu vill Lück unnerwechs jewähse, da ist die Roll doch ruckzuck widder leer!“
Kasse 2: „Dat Martina hät ja Problemsche jehabt.“
Kasse 1: „Nääää, äääsch?“
Kasse 2: „Jooo.“
Kasse 1: „Ja, wat denn? Sachens doch! Spanns misch hier opp dä Folter.“
Kasse 2: „Die han in dä Fammillisch dä Magen-Darm ens jehabt.“
Kasse 1: „Nääää!“
Kasse 2: „Doch.“
Kasse 1:“ Isset denn?“
Kasse 2: „Joo!“
Kasse 1: „Also jestern Abend, da hab isch aber auch wat lang op dä Tolette jehockt. Un isch daacht, dat wär von däm Fleischsalat jekumme.“
Kasse 2: „Da hässe disch sischerlisch bei dat Martina sein Fammillisch anjesteck.“
Kasse 1: „Meinste äääsch?“
Kasse 2: „Also isch han misch op jeden Fall anjesteckt bei dänne. Weil, isch wöhr ja schon vor a paar Daach mit Doschfall daheim jeblibbe.“
Kasse 1: „Stimmt. Isch erinner misch. Da worste net do.“
Kasse 2: „Da hat isch Krämpfe, meine Liebe, Krämpfe! Isch daacht schon, mir wööd dä Darm rausjekrempelt.“

Da hörte ich fassungslos zu, überlegte, ob das geschäftsschädigendes Verhalten ist, hoffte inständig, dass sich die Dame an Kasse zwei die Hände sehr gründlich waschen würde, in der nächste Zeit und sich auch schon gewaschen hat. Gern auch antibakteriell.

Und als ich dabei zuschaute, wie sie meine Paprikaschoten einzeln aus der Tüte holte, da sie, unterschiedlich gefärbt, auch einzeln gewogen werden mussten, konnte ich die Bakterienphobie von einigen meiner Familienmitgliedern so gut nachvollziehen.
Aber was tun? Alles stehen und liegen lassen und laut kreischend den Laden verlassen? Schnell noch ein Fläschchen Desinfektionsmittel besorgen und darauf bestehen, dass vor dem Scannen meiner Waren (im Familienmund Abtüten genannt, tüüt.) die Finger desinfiziert werden?
Gesundheitsamt anrufen?

Ich hätte da drei farbige Paprika abzugeben. Noch recht frisch.

Ansonsten habe ich mit Karte bezahlt.