Ich muss schon sagen. Da hat die Änni mir ein paar hinreißende eins-zwei-drei Gerichte inklusive Rezepte verraten, ich fühle mich dadurch wunderbar inspiriert für die tägliche Aufgabe in der Küche und was mache ich? Ich versaue das Abendessen auf eine Art und Weise, dass kein Augen trocken bleibt.

Pfui.

 

Ach, dachte ich ganz unbedarft, nicht immer Kürbissuppe. Aus Kürbis kann man doch sicher auch andere schmackhafte Gerichte zaubern. Kann man bestimmt, aber ich offensichtlich nicht.
Es sah nicht so schlimm aus, es hatte eine hübsche Farbe, es roch auch ganz erträglich. Aber es schmeckte völig absurd. Kein Scherz. So miserabel habe ich schon lange nicht mehr gekocht. Es war richtig fies.
Der Kürbis war noch ein bisschen zu hart, die Apfelstückchen passten überhaupt nicht, gewürzt war es, zum Abgewöhnen.

Und nun stelle man sich diese Szene vor. Mit gewetzten Messern saß die Meute am Tisch, in Erwartung der köstlichen Speisen, die dort hingehören.
Frau Lavendel stellte die Schüssel auf den Selbigen und häufelte auf die Teller.
„Wasndas?“, lautete die erste genuschelte Frage (wobei die zwei Buchstaben A auch noch weggelassen wurden, ich sie aber aus Gründen der Verständlichkeit einfüge, also eigentlich „Wsnds?“).
„Kürbis à la Lavendelkinder!“, rief ich motiviert und fröhlich.
„Würgörgschnörg… ich hasse Kürbis!“, tönte es mehrstimmig zurück.
„Probiert halt einmal, dann wisst ihr doch erst, ob es toll ist!“, sagte ich und strahle immer noch in die missmutigen Gesichter.
Sie öffneten zaghaft ihre Mäulchen, schoben sich mikroskopische Stücke orangefarbenes Essen hinein, kauten, einmal, zweimal und fingen an zu kichern.
Auch ich nahm eine vollgehäufte Gabel, versenkte sie in meinem hungrigen Mund, begann mit der Zerkleinerung und mochte diesen Fraß sofort auf den Teller zurückspucken. Ach, was sage ich, spucken doch nicht, ich mochte das auf den Teller rotzen und dazu brüllen: „Pfui!! Pfuipfui!! Bah!!“
Tat ich aber nicht, sondern kaute tapfer noch ein bisschen darauf herum. Dann nahm ich entschlossen einen Teller nach dem anderen, warf all den Kürbisscheiß wieder zurück in die Schüssel und entsorgte ihn sofort und umgehen in der Mülltonne.
Den donnernden Applaus nahm ich gelassen entgegen und zog das Dessert einfach ein bisschen vor.

Dessert

 

(Rezeptanfragen werden gern beantwortet)