Der erste Monat des Jahres ist vorbei und es ist Zeit, ein Fazit zu ziehen. Nun, Zweitausendvierzehn, wie steht es denn so mit uns?
Eingeführt hast Du Dich nicht besonders erfreulich. Direkt in den ersten Tagen hat der Fürst der Finsternis gezeigt, wo in diesem Jahr der Hammer hängt und dass man mit Volljährig so richtig gedankenlos die Schweine von der Leine lassen kann. Das hat mich nicht gerade positiv gestimmt und das darauf folgende Loch musste mit einer erheblichen Menge an Bonbons gestopft werden.
BonbonsUnd was passiert dann?
Die Laune sinkt noch eine Etage tiefer, weil der Körper umgehend mit der Bildung mittlerweile massiv zu nennder Speckrollen reagiert. Der tägliche Gedanke an gesunde Ernährung, Ernährungsumstellung, Rohkost und so einen Typen, der Attila genannt wird und in vieler Munde ist, wirkt nicht.
Im Gegenteil, jedes Stückchen Kuchen wird herbeigesehnt und mit Glücksgefühlen verspeist. Ungefähr fünf Sekunden nach dem letzten Happen rutscht es alles wieder in den Keller und die Hose kneift, die Arme spacken und beim in die Knie gehen, rollt sich zwischen Oberschenkel und Bauch eine Substanz, die letztes Jahr um diese Zeit noch nicht vorhanden war.
GebäckAlso zeichnet sich Zweitausendvierzehn weder durch gesunde Ernährung noch durch Selbstdisziplin aus. Wer nun behauptet, das könne ich doch dem Jahr nicht in die Schuhe schieben, dem sage ich: Doch. Kann ich.

Desweiteren hat mir der Adrenalinschub wegen einer Knochenbeule einen Zuwachs an grauem Haar beschert. Und als ich vor dem Spiegel stand, um die grauen Neuerscheinungen mit einem Stirnrunzeln willkommen zu heißen, erschrak ich schon wieder. Das Stirnrunzeln ist auch dann vorhanden, wenn ich in meinem Inneren denke, meine Stirn sei glatt wie ein Kinderarsch. Selbst willentliche Versuche, die Stirn zu glätten sind erfolglos.
Und nicht nur die Stirn, auch darunter fältet es. In den Augenwinkeln sehe ich Furchen, die aber auf ausgiebiges Lachen hinweisen, was mich nicht weiter stört. Nur ein Stück weiter runter, neben den Mundwinkeln in Richtung Kinn knittert es. Und das kommt eindeutig nicht vom Lachen. Das kommt, wenn ich die Bundeskanzlerinnen-Gedächtnis-Fresse ziehe. Bei mieser Laune kommt es vor, dass die Mundwinkel auf die Schultern aufschlagen und dabei entsteht dieses unschöne Geflecht an zarten Linien. Ich kann die Falten vertiefen, wenn ich miesepetriges Gucken vor dem Spiegel übe. Vielleicht sollte ich das lassen, so zu gucken. Aber es gibt häufiger Anlass dazu. Und wenn jemand in einem militanten Nichtraucherhaushalt meint, unentdeckt am Fenster rauchen zu können, dann kann ich das mitnichten lächelnd kommentieren. Da mache ich mich ja lächerlich, wenn ich freundlich schaue, während ich rummeckere.
Der Januar hat mich also wieder ein bisschen älter werden lassen.

Insgesamt aber hätte es deutlich schlimmer sein können, das erste Zwölftel.
Ist das nicht erfreulich? Und es gab auch Momente, die durchaus auf der Habenseite zu verbuchen sind und nichts mit Süßigkeiten zu tun hatten.
Einen schönen Besuch habe ich gemacht und dabei ging es mir richtig gut, ich habe schon mehrere Bücher gelesen, auch das hilft mir dabei, meine seelische Gesundheit zu erhalten.

Na, wenn außer Speck und Falten und ein paar pubertären Entgleisungen nichts Dramatischeres passiert ist, dann sollte der Januar vielleicht doch als nahezu gelungen durchgehen.

Jetzt legt der Februar los. Und zeigt sich gleich schon wieder zum Monatsanfang mit fürstlichen Eskapaden. Wir werden sehen, wann der Hausadelige hier zu erscheinen gedenkt, denn ja, er ist dann jetzt wieder einmal weg. Aber man gewöhnt sich an alles.