Ich habe ein tägliches Luxusproblem, dass mich im Grunde genommen frisch und am Laufen hält, das Herumlaufen im Freien mit dem Vierbeiner. Und an dieser Stelle kommt, was immer hochgejubelt wird, kein niedliches Katzenfoto, nein.
An dieser Stelle kommt ein Hundefoto.
Hund

Der Hund liegt auf dem schnodderigen Teppich. Und möchte beachtet und angefasst werden. Ich schaue auf den Hund, ich schaue auf den Teppich und ich stelle mir die Frage, warum zum Kuckuck ich ausgerechnet einen hellen Teppich und einen dunklen Hund kombiniert habe.
Wer die Antwort weiß, bekommt ein Gedicht.

So. Dann wollen wir doch einmal schauen, ob niedliche Tierfotos ein allgemeines Entzücken auslösen können. Wie jetzt? Das ist nicht niedlich? Gut. Dann versuche ich ein anderes niedliches Foto vom Hund zu finden.

Niedliches HundchenDa liegt es nieder und schläft den Schlaf der Gerechten, das niedliche Hundchen.
Jetzt werden wohl alle in Verzückung ausbrechen wollen, oder?
Nicht?
Doch, natürlich sind hier Entzückungsrufe zu hören.
„Wie niedlich, och, goldig, schnuckelig!“

Da kommt doch der eine oder andere in Versuchung, sich auch so ein tolles Tierchen zuzulegen. Nicht wahr? Doch halt, bedenke:

BahDer Teppich! Wenn der Teppich nicht zum Hund passt, farblich, dann ist abzuraten. Und zwar energisch.
Außerdem, was man auch nicht sieht, ist der Geruch, den dieser Hund verströmt. Er riecht. Nach Hund. Übel nach Hund. Und heute auch noch nach nassem Hund. Das ist sehr unerfreulich. Das ganze Haus riecht nach Hund, wenn man nicht aufpasst. Das Auto sowieso. Die wöchentlich zu fahrenden Balletthühner finden unser Auto stinkig. Ich kann es nicht ändern, wer es nicht erträgt, kann ja laufen.
Manchmal stinkt der Hund noch schlimmer, ich vermute, das hängt mit seiner Kontaktdrüse zusammen, die er normalerweise im Wald aktiviert, wenn er seine Kumpels trifft. Hin und wieder, befürchte ich, denkt er, wir wären Kumpel und ich wollte seinen interessanten Duft am Arsch riechen. Irrtum. Weiß er aber nicht, ist ja ein Hund.

Der Hund kann nichts dafür, aber er ist ein steter Quell der Auseinandersetzung. Denn das Luxusproblem, draußen herumlaufen zu müssen, lässt sich eigentlich gut auf viele Schultern verteilen. Man kann Pläne erstellen, wer sich wann diesem Luxus hingibt. Und man kann auch mit mannigfältigen Konsequenzen drohen, wenn der Plan nicht eingehalten wird.
Aber all das ist so schrecklich anstrengend, dass mir häufig der Gedanke kommt, ich gehe lieber selbst, das ist ja auch gesund. Wohingegen das ständige Gezanke sehr ungesund ist. Und ich bin ja eigentlich immer sehr um meine Gesundheit bemüht.
Und weil ich das so zuverlässig mache, und meist auch ohne großes Nörgeln, belohne ich mich gern einmal nach getaner Luxusarbeit.

BelohnungAber die dummen Gesichter solltet Ihr einmal sehen, wenn ich mir die allein zu Gemüte führe und allen anderen feste auf die Fingerchen klopfe, die in mein Tütchen langen wollen.