Mein Gesicht fühlt sich alt an. Ich denke, ich sehe älter aus, als ich bin. Ich spüre, wie sich jedes Gefühl als tiefer Riss in mein Gesicht malt. Neben den Augen, neben dem Mund. Auch neben der Nase merke ich, wie die Haut sich verschiebt.
Meine Gedanken zeichnen sich ab, sie bilden ein neues Gesicht.

Und während mein Leben aus mir ein neues Wesen bildet, denke ich daran, dass Leben nie gleich ist. Keine Sekunde ist wie die andere und alles ist ohne Unterbrechung in Bewegung.
Der Fluss, den ich sehe, ist nie der Fluss, den ich noch vor einem Moment gesehen habe. Schon sind die Wasser weitergeflossen und ich schaue ihnen hinterher, während neue Wasser auf dem Weg sind.

Die Frau, die vor einer Woche in den Wald ging, ist nicht die Frau, die in einer Woche in den Wald geht. Die Dinge, mit denen mein Leben mich umspült, verändern mich.
Und wenn ich mir auch sehr wünsche, es würde ein ruhig dahinfließendes Gewässer sein, mein Leben, so ist es doch ein reißender Strom.
Und auf den Schnellen versuche ich, den Kopf oben zu halten und nicht unterzugehen.
Ich darf nicht die Schwere in mir tragen, dann zieht es mich in die Tiefe und ich werde mich an den Steinen und Felsen verletzen.
Ich will die Leichtigkeit fühlen und auf den Stromschnellen hüpfen, wie ein kleiner Ball.

(Es gibt Momente, in denen der Spaß sich verflüchtigt, es gibt Augenblicke, in denen mein Sarkasmus mich verlässt. Es gibt Situationen, in denen ich voller Ernst und Erstaunen auf das blicke, was geschieht. Und lachen werde ich an einem anderen Tag.)