Morgens, halb zehn im Rheinland.
halb zehnDie örtlichen Hundebesitzer laufen durch den Wald und wundern sich.
Ich zum Beispiel bin immer wieder erstaunt, was sich auf einem einfachen Waldspaziergang, dessen Hintergrund die Entleerung eines Felltieres ist, alles entdecken lässt.
Gegen halb zehn also die Entdeckung eines halb zehn Werbeslogans. Um halb zehn würde ich so etwas nicht essen. Auch nicht um halb elf. Oder um halb fünfzehn. Warum nicht? Ich mag sie einfach nicht, diese penetranten Schnitten. Danach juckt meine Zunge. Und selbst wenn ich sie essen würde, so würde ich die Verpackung nicht in den Wald werfen. Das machen doch nur Schlunzens und Schlodders.
hübsche StrahlenIn Ermangelung fotographischen Talents fällt es schwer, die Sonnenstrahlen ihrem Ausdruck gemäß abzubilden. Sie waren so hübsch anzusehen und tanzten auf dem Boden und in der Luft. Ich versuchte es, aber recht gelungen ist es nicht. Der Ort war viel schöner in der Wirklichkeit. Ruhig und leise und nur Vögel zwitscherten, kein Wind ging, kein anderer Mensch war in der Nähe und ich saß ganz still auf einem Baumstumpf. Es hätte mich nicht gewundert, wäre etwas Zwergiges vorbeigehuscht. Ist vielleicht sogar und ich habe nicht richtig hingeschaut. Hinter meinem Rücken sicher. Wie man Zwerge so kennt, haben sie mir auch die Zunge rausgestreckt und einen Vogel gezeigt. Wenn nicht sogar noch Frecheres.
Dann bin ich weitergegangen, denn Zuhause wartet auch noch dies
Geburtstagund das. Mit dem heutigen Tag wird der letzte Tag der Festspielwochen beendet und der Geburtstagsmarathon ist bis zum Herbst beendet.

Darum war um halb zehn im Rheinland nur eine kleine Runde im Wald zu drehen. Und was findet sich noch auf einer kleinen Runde? Na? Ich zeige es:
Gelb? Gelbgrün? Da ich schon den zweiten Tag hintereinander darüber stolperte, hielt ich es für angebracht, ein Foto zumachen. Von diesem gelben oder grünen oder gelbgrünen Ding. Erst hielt ich es für eine Slipeinlage. Aber wer benutzt eine Slipeinlage aus Filz? Selbst in Anthroposophenkreisen schreckt man vor so etwas zurück. Eine Schuhinnensohle? Möglich aber unwahrscheinlich. Ich halte es für einen Ex-Tennisball.
Früher, als er noch auf den großen Plätzen dieser Welt sein Leben fristete, als er noch bei den Tournieren von Hochkirchen oder Niederaussem ein vielgefragter Ball war, hatte er den Erfolg als zweiten Vornamen. Aber auch ein Tennisball hat eine Altersbegrenzung und ähnlich wie bei anderen Leistungssportlern kam auch bei ihm das Karriereende früh. Leider hatte er nicht vorgesorgt und keinen Schulabschluss gemacht, darum war das Leben nach dem Sport nicht besonders erfolgreich. Zuerst pluschte er Daunenjacken in Trocknern auf, dann wurde er Spielgruppenleiter in einer Hundeschule. Heutzutage arbeitet er als Rätsel am Waldboden und seine weitere Zukunft ist ungewiss.

Wie klein.Ein bisschen traurig wurde ich, als mir dieser kleine Kerl über den Weg kam.
Nur ein Viertel so groß wie meine Hand liegt er einsam und verlassen herum. Was soll man machen? Was ist ein einzelner Handschuh heutzutage noch wert, wenn man zwei Stück für zweifuffzig kaufen kann? Wer macht sich da noch auf die Suche, wenn er einen Handschuh verloren hat?
Wenigstens ist dieser hier in Freiheit. Sein Zwilling dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach in der Altkleidersammlung gelandet sein und von dort aus direkt in die Lumpenverwertung. Oder er ist ganz einfach in den Restmüll entsorgt worden. Auch kein schöner Gedanke. Ob der kleine grüne Handschuh weiß um die Brutalität allen Seins?

AkneDiesem Baum habe ich eine kleine Empfehlung gegen seine Akne mit auf den weiteren Lebensweg gegeben. Erst hat er sich ein bisschen geziert, wollte er doch nicht hören, dass er mit so einem Problem sicher keine kuschelige Beziehung mit einem Eichhörchen eingehen kann. Die gucken den doch nicht einmal an, mit diesen Pickeln.
Ich empfahl ihm, beim nächsten Sturm die Poren zu öffnen und alles mal richtig fliegen zu lassen. Er will es versuchen.
Dann beendete ich meine Waldründchen, wechselte die Örtlichkeit und fand mich beim Nahrungsausstatter wieder, wo ich die Grundversorgung für Killerdogs Geburtstagsgesellschaft sicher stellte. Im Gedanken schon bei der Zubereitung der Party-Frikadellen ließ ich die Blicke schweifen, auch beim Kaffee und Klimbim Verkäufer.

Da probiert sich einer aus.Da gibt es ja heuer dies und das an Bastelzeug. Wie froh ich bin, dass ich leidenschaftlich nicht bastele. So muss ich auch nichts ausprobieren.

Jetzt aber husch in die Küch.
Der Hackepeter wartet schon.
Und beste Wünsche an alle anderen heutigen Geburtstagskinder, besonders im Allgäu.