Worauf reimt sich März?
Auf Herz. Auf Scherz. Auf Schmerz. Auf Erz. Auf Terz.
Und wie war er so, der März, der sich nun langsam dem Ende entgegen neigt?
Nun, wettermäßig gesehen war er ziemlich unschlagbar. Er hat dem Frühling die Türen geöffnet, wie schon lange kein März vor ihm. Alles grünt und blüht in der Natur und es ist klar, der Winter ist erledigt.
Im März schon im Shirt im Garten gesessen zu haben ist eine gute Sache. Hier konnte er die volle Punktzahl erreichen.

In Sachen Veränderung hat er ebenfalls eine Bestnote. Dieser Monat hat das Leben hier ziemlich auf den Kopf gestellt und verlangt mir einiges ab. Es geht um Loslassen, Gehenlassen und Stehenlassen. Die Erkenntnis, dass die Kinder groß werden und selbst das Wolkenköpfchen schon recht früh sehr eigene Wege beschreiten wird, lassen mich üben. Außerdem habe ich gelernt, dass es wunderbare Menschen gibt, die kennenzulernen eine echte Freude ist. Und die mich mit ihrer Art, die Welt zu betrachten und das Leben anzugehen, begeistern. Und die helfen, einfach so. Was sagt mir das?
Die Welt ist nicht ausschließlich von Ungeheuern bevölkert. Auf keinen Fall.

Es gab auch eine Menge Schmerz. Es wurde viel gestorben. Nicht in der Familie, aber drumerum. Hier ein Vater, da eine Mutter, es läpperte sich. Und damit verbunden gab es Gedanken zum Inhalt dessen, was man so tut und was davon sich lohnt. Was sich nicht lohnt, das weiß man meist recht schnell. Es dann auch zu lassen ist eine andere Sache.

Die Dinge, die ich mir für den März vorgenommen habe, sind von mir mit Schwung und Elan auch in Angriff genommen worden.
Ich habe Gemüse gegessen, als die Gummibärchen leer waren. Dann habe ich neue Gummibärchen gekauft. Und trotzdem Gemüse gegessen. Das mit dem Salat ist so eine Sache, hier macht das Gerücht die Runde, von Salat würde der Bizeps schrumpfen. Ich esse ihn und habe bisher nichts dergleichen bemerkt.
Ich habe gelesen, aber bei weitem nicht soviel, wie ich gern gelesen hätte. Das lag nicht zuletzt an diesem Buch, das einfach nicht enden wollte. Irgendwann habe ich die letzten fünfzig Seiten gelesen, dann war es auch gut, weil es zu Ende war.
Ich war definitiv peinlich. Bevorzugt beim gemeinsamen Einkaufen. Aber auch bei der ein oder anderen Autofahrt mit minderjährigen Mitfahreren fiel ich unangenehm auf, wie mir im Nachhinein mitgeteilt wurde. Da habe ich mein Monatssoll definitiv erfüllt und bin stolz darauf.
Dem Hund habe ich eine Tüte Antistinkfutter besorgt. Bisher hat sich sein kräftiger Geruch noch nicht verändert.
Ich habe mir mit dem Essen auch für die menschlichen Mitbewohner ein bisschen mehr Mühe gegeben, vermute aber, dass es niemand bemerkt hat.

Mein Jahresziel, nicht ein einziges Mal die Haare zu schneiden, ist bisher immer noch erfolgreich. Ich bin sehr stolz auf mich, dass ich so gut durchhalte.

Für den April ist der siebzehnte Hochzeitstag am Start. Das macht mich ein bisschen unsicher. Die Silberhochzeit naht. Als meine Großeltern Silberhochzeit hatten, waren sie verdammt alt. Die weitere Rechnung dazu, das in Bezug setzen zum eigenen Alter, das lasse ich bleiben.
Der Gufrisierte und ich werden fein Essen gehen. Aber nur aus einem Grund. Wir haben am Geburtstag meines Vaters geheiratet. Damit wir das nicht vergessen, mit dem Hochzeitstag. Ich habe es trotzdem schon ein paar Mal vergessen. Spätestens wenn wir im Restaurant sitzen und den alten Knacker lieben Opa hochleben lassen, rauscht uns die Erkenntnis des Hochzeitstages in das Hirn. Im Grunde aber eh wurscht. Also mir. Ich bin nicht mit so viel Romantik belastet.

Ostern ist auch noch. Vermutlich male ich wieder Eier an.
Verstecken muss ich welche, das war kürzlich Konsens einer intensiv geführten Diskussion über die Notwendigkeit der Fortführung von kinderaffinen Ritualen.
Also gebe ich demnächst den Hasen.

Und in neun Monaten ist Weihnachten. Wer also ein Christkindchen haben möchte, muss sich zügig dranmachen.
Maria hatte da ja ihre Verkündigung, oder hieß das anders? Nun, es baut sich also schon dieses leise vibrierende Vorweihnachtsgefühl auf, dass sich aber mit einer guten Portion Eis, in der warmen Sonne genossen, vortefflich unterdrücken lässt.
In diesem Sinne, März, mach`es gut und war nicht übel mit Dir, gar nicht übel.