„Also ich finde den manchmal ein bisschen zu kräftig.“, sagt sie und schüttelt den Kopf.
„Aber wenn man ihn reibt und über die Nudeln gibt? Ich mache heute nämlich Nudeln mit Spinat, Tomate und ordentlich viel Knoblauch.“, erwidere ich.
„Na, da passen aber auch perfekt Garnelen dazu, oder?“
„Oh ja, die passen wunderbar dazu. Aber ich bin gestraft mit nicht meerestieressenden Mitbewohnern.“, seufze ich.
„Das kenne ich, bei mir ist das auch so. Bei denn geht nichts, nur Fischstäbchen. Aber feine Garnelen oder eine Scholle, da habe ich keine Chance.“
„Das ist doch deprimierend. Da kennt man so viele tolle Rezepte und hat solche großartigen Ideen. Und? Keiner will es essen.“
„Ich würde das schon essen wollen. Sehr gern sogar. Wir könnten uns doch einfach einmal treffen. Ich koche die Garnelen und dann machen wir einen richtig schönen gemütlichen Meerestiereabend.“, sagt sie und die Begeisterung springt förmlich über die Theke.
„Das wäre wirklich schön. Zumal ich es liebe, Dinge zu essen, die ich nicht selber kochen musste.“, gebe ich mich dieser kleinen Phantasie hin.
Ganz still stehen wir uns gegenüber und schauen uns tief in die Augen. Es herrscht tiefes Verständnis und gegenseitiges Vertrauen. Es ist ein leiser Moment der Pause und der Ruhe, in dem wir den Abend vor uns sehen, das schummerige Licht, die Kerzen, auf dem Tisch steht das köstliche Essen und eine Schale frisch geriebenen Käses, dazu ein Glas Wein vielleicht.
„Tja, dann….“, sagt sie und es ist wie ein Weckruf. Wir lächeln uns an.
„… wünsche ich Ihnen noch ein schönes Osterfest, falls wir uns nicht mehr vorher sehen.“
„Ich Ihnen auch. Haben sie schöne Feiertage.“
Ich gehe weiter meines Wegs, lasse die Käsetheke hinter mir, muss noch zur Gemüsetheke, weil ich den Knoblauch eben vergessen habe.
Habe ich gerade eben einen kleinen Flirt mit der Käsefrau gehabt?

Es scheint fast so.
Ich bin beschwingt.