Eben fuhr ich mit flottem Reifen (immer noch der Winterreifen, meine Güte, vielleicht lasse ich ihn auch den ganzen Sommer drauf, den Winterreifen, warum muss ich mich eigentlich immer um alles kümmern, was soll das denn, kann hier auch mal ein anderer den Überblick behalten, ich brauche dringend eine Pause von allem, von allen und überhaupt, so geht das nicht weiter, ich sollte das Rauchen wieder anfangen, damit ich nicht mehr soviel essen muss. Verdammt. Atmen jetzt.) durch die Gegend. Gesprächsrunde, Einkauf, was man eben so macht.
Auf dem Weg nach Hause, quer durch den Wald fahrend, dümpelten meine Gedanken vor sich hin. Es sind nicht immer nur schöne Gedanken, die durch meinen Kopf dümpeln. Gerade beim Autofahren bedrängen mich manchmal diese Gedanken von Flucht und einfach weiterfahren, Vorstellungen von vergifteter Atmosphäre und Aussichtslosogkeit. Wobei es ganz auf die musikalische Untermalung ankommt. Es ist nämlich nahezu unmöglich, sich aggressiven Gedanken hinzugeben, wenn man das hier hört.

Da kann man mehr die Gedanken an baldige Abschiede und Veränderungen genießen und beweinen.
Man kann aber auch einfach einmal gut gelaunt durch die Gegend eiern und dabei im Glückstümpel dümpeln, wenn man sich das hier anhört.

Es stehen einem schließlich alle Türen offen, kann man machen, wie man möchte und die allgemeine Lebenssituation es angebracht erscheinen lässt.
Das Auto rollt, der Regen fieselt, der Einkauf liegt im Kofferraum und taut langsam auf, der Wald ist hellgrün, es ist morgens und noch nicht viel los auf der Straße. Und dann…

… steht ein Hund auf der Straße.
Und ein Mann rennt hinterdrein. Er packt den Hund am Schwanz und reißt ihn zurück auf den Bürgersteig. Und mein Fuß knallte schon auf die Bremse, bevor mein Gehirn richtig erkannt hat, was sich vor mir abspielt. Die Augen haben das Hirn einfach links liegen lassen und sind mit ihrem Anliegen direkt an den Fuß herangetreten, der anstandslos mitspielte.
Die Tiefkühlpizza kam nach vor geflogen, auch eine Schachtel Eis am Stiel und gefrorener Blattspinat. Die Butter zischte an mir vorbei, mein Schlüsselbein lernte sehr intensiv den Gurt kennen und das Auto schlingerte, aber es brach nicht aus der Bahn aus.

Huiuiuiui. Den Soundtrack für so etwas kenne ich noch nicht. Vielleicht etwas Sakrales. Im Text darf gern „Gerade noch einmal gutgegangen“ vorkommen.
Auf dem weiteren Weg nach Hause, schwimmend auf einer Adrenalinwelle, überlegte ich mir das Motto des Tages, welches da lautet:

DER HUND MUSS GEHORCHEN