Was in der Abteilung Suchbegriffe los ist, da macht Ihr Euch keine Vorstellung von. Ich frage mich, warum man mit abstrusen, seltsamen und zum Teil schon fast abartigen Anfragen an das Internet auf meiner blitzsauberen und immer freundlichen Blogseite landet.
Ich meine, hier herrscht doch Zucht und Ordnung. Oder? ODER?
Habe ich jemals etwas geschrieben, womit man die folgende Anfrage beantworten oder erklären könnte?

„wo her sind die kleinen kackhaufen“
Es gibt in meinem Blog doch keine kleinen Kackhaufen. Und, um in der gleichen Kategorie zu bleiben, niemals schrieb ich zu diesem Thema:

kackhaufen auf couch“
Meine Couch ist kein Klo. Bei uns weiß jeder, wo er hinmacht. Ist das denn zu fassen? Und wer auf seiner Couch einen Kackhaufen hat, der hat entweder ein nicht stubenreines Haustier, Kind oder ein ganz großes Problem mit sich selbst.
Zum Thema

„wildschweinscheise“
habe ich durchaus schon etwas geschrieben. Es bezog auf den Hund, der sich leidenschaftlich in selbiger wälzt, wenn er ihrer habhaft werden kann. Und sich selbst damit auch als ein solches qualifiziert. Ein Riesenwildschwein. Denn Wildschweinscheiße riecht so heftig übel, dass selbst mit einem Nasenabstand von zwanzig Metern immer noch ein nahezu unerträglicher Geruch herüberwabert.
Und überhaupt, die Rückseiten von Mensch und Tier, vielleicht auch des Lebens, sind im Augenblick häufig Bestandteil der Anfragen.

„frauen kriegen den arsch gehaun“
Was soll das? Ich frage, was soll das??? Was soll so eine Googleeingabe? Da hat aber einer ein ganz dickes Problem. Und ein gewisses Maß an Erleichterung stellte sich auch nur deshalb ein, weil kurze Zeit später diese Anfrage reinkam.

„ein mann in die eier treten bis er in ohnmacht fällt“
Das nenne ich mal Gleichberechtigung.
Aber warum muss es immer gleich so brutal sein? Man kann doch auch zarte und sanfte Dinge googeln.

„mädchen schwebt durch den wald ohne unterstützung“
Was für ein elfengleiches, zartes Wesen mag das gewesen sein, wenn es einfach so, von einem Lufthauch getragen, zwischen den Bäumen auf einer grünen Lichtung herumschwebt und das auch noch ohne Hilfe. Wieviel freundlicher und entspannter ist das Leben, wenn man sich mit solchen Dingen beschäftigt. Aber nein!

„wenn er so weiter macht, kann er sich sicher sein seine zähne im arsch zu finden“
Na prima. Diese Gewalttätigkeit, hat die etwas mit meinem Blog zu tun? Ich meine, schreibe ich brutale Sachen? Kommt hier oft Aggression rüber? Und was sind das denn für Sprüche? Und ich würde auch gern wissen, ob es sich um seinen eigenen Arsch oder den eines anderen handelt.
An dieser Stelle gestehe ich, dass die Szene, als Hancock im Gefängnis die beiden Mitinsassen auf unangebrachte Art und Weise miteinander bekanntmacht, bei mir zu einem länger andauernden Lachanfall geführt hat. Ich verstehe es auch nicht, aber mitunter ist mein Humor in düsteren Gefilden angesiedelt (und mein Herz schlägt schon immer für Superhelden, in Comic und Film).

„“in die eier“ ohnmacht“
Da. Schon wieder. Ist doch kaum zu glauben. Das weiß auch jeder, dass selbst die härtesten Kerle in Ohnmacht fallen, wenn es um ihren Genitalbereich geht. Es scheint, dort sitzt die Mutter aller Schmerzen. Und manche Burschen fallen schon fast in Ohmacht, wenn sie nur daran denken, es könnte in dieser Körperabteilung zu härteren Auseinandersetzungen kommen. Darum frage ich mich bis heute, warum die Natur etwas so empfindliches und verwundbares wie den männlichen Hoden einfach so aus dem Körper hat herauswachsen lassen. Viel sicherer wären sie doch hinter einer knöchernen Verpackung aufgehoben gewesen. Warum gibt es kein körpereigenes Suspensorium? Aber nein. Moment. Ich glaube, vielleicht hat die Natur das mit Absicht gemacht. Es kann doch sein, dass alles auf der Welt einen wunden Punkt haben sollte. Oder die Männer dadurch etwas lernen sollen. Achtsamkeit, möglicherweise. Aber was weiß ich schon. Ich bin ja keiner. Also Mann, meine ich.

„ich seh in dein slip ich seh rote zwerge“
Ja, passt zur vorherigen Anfrage. Manche Buben geben nämlich ihrem Genital einen Namen wie zum Beispiel „Der rote Zwerg“. Habe ich mal gehört. Mir ist jetzt noch keiner begegnet, der das tut, aber es ist auch schon ganz arg lange her, dass ich mich mit anderen Männern über solche Dinge unterhalten habe. Lasst mich rechnen. Das waren acht, dann noch die zwei dazu und hier noch vier, also, grob gerechnet, seit sechsundzwanzig Jahren.
Aber es kann auch sein, dass rote Zwerge sehen so etwas wie Sternchen sehen bedeutet. Oder das die Zwerge von innen auf die Unterbuxe gedruckt sind. Oder das einer einfach nur eine verfluchte Langeweile im Büro hatte und darum solche Sachen googelt.
Nur, warum dann meine Seite erscheint, dieses Rätsel kann ich nicht lösen. Vielleicht, weil es bei Waldorftuttifruttis viele Zwerge gibt?
Aber was weiß ich denn? Nichts.

„in eier getreten von schwester“
Sie hat das sicher nicht mit Absicht getan. Es war bestimmt ein Versehen. Und es ist Deine Schwester, also atme jetzt tief durch, wisch Dir die Tränen weg, sag zu ihr: „Ich verzeihe dir!“ und dann geht ihr ein Eis essen. Und wenn es nicht Deine eigene Schwester war, sondern eher eine Schwester in einem religiösen Outfit, dann solltest du darüber nachdenken, ob Dein Auftritt ihr gegenüber ganz astrein war. Oder ob Du möglicherweise eine unangebrachte Ausdrucksweise an den Tag gelegt hast. Rüpel.

„künstlerin erstellt kunstwerk indem sie eier aus sich heraus presst“
Hier fragt ein echter Hühnerliebhaber, der die gefiederten Damen als das sieht, was sie sind. Wahre Künstlerinnen. Sie erschaffen weiße und braune in Form und Gestaltung perfekte Eier mit großartigen Oberflächen und sensationellem Inhalt. Und was ihre Kunst alles bewirkt!
Rührei, Spiegelei, Kuchen, Baiser! Eierschecke, Eierstich, wenn das nicht die einzig wahre bildende Kunst ist!

„was tun wenn der schnee nicht steif wird“
Dann liegt das nicht an der Künstlerin, die das Ei hervorgebracht hat.
Hier ein kleiner Exkurs in die Kochkunde.
Will man richtig festen Eischnee, dann gilt folgendes:
Es muss sehr sorgfältig das Eigelb vom Eiweiß getrennt werden. Selbst das kleinste bisschen Eigelb im Eiweiß verhindert, dass es sich steifschlagen lässt. Das Gefäß, in welchem gerührt wird, muss absolut fettfrei sein. Selbst ein leichter Fettfilm verhindert das Verfestigen.
Auch die Rührschlegel müssen fettfrei sein.
Kurz langsam anschlagen und dann heftig weiterrühren, dann sollte es eigentlich klappen. Und am Besten rührt man ganz feinen weißen Zucker ein. Dann wird es Baiser, wenn es fertig ist.

„immer wenn ich viel süßes gegessen habe juckt es mich am po“
Dann iss eben nichts Süßes. Dann juckt es auch nicht.
Und nicht vergessen: Wer einschläft mit Popo, der juckt, wacht auf mit Finger, der stinkt.
(Der hat bestimmt einen Popopilz, der sich über den Zucker hocherfreut zeigt und ordentlich das Jucken anfängt, vor lauter Vergnügen.)

„mädchen lassen mich die windel lecken“
Weil wir uns eh schon in der Abteilung „Seltsam und merkwürdig“ befinden, passt diese Anfrage.
Ich verstehe nicht, worum es geht. Welche Mädchen? Und wer bist Du überhaupt? Hier gibt es keine Windeln. Und wer Windeln leckt, der hat sie nicht mehr alle beisammen. Darum möchte ich Dir dringend anraten, hol Dir Hilfe.

„ich will guten eindruck hinterlassen aber alle halten mich für dumm“
Das klingt nach Pubertät. Irgendwann werden die Selbstzweifel besser und dann weißt Du, wann Du dumm bist. Und willst auch keinen guten Eindruck mehr hinterlassen. Mit steigendem Alter wird es einem nämlich immer scheißegaler, was für einen Eindruck man macht. Und wenn man erst einmal die Siebzig gekreuzt hat, ist man auf der Seite der Grantelhuber angekommen und mosert alles an, was Beine hat. Oder auch keine.
Jedenfalls kann ich das in der Verwandtschaft so beobachten.
Frei nach dem Motto: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.

„schön du hat mich geweckt“
Abgesehen von der seltsamen Verwendung von Haben ist das ein Satz, den ich morgens um sechs Uhr und dreißig wirklich sehr gern hören würde. Aber nein, es kommt entweder ein Grunzen oder ein Fluch.
Ich nehme es nicht persönlich, ich weiß, wie beschwerlich das Aufstehen mitunter ist.
Aber was wäre es für ein Tagesbeginn, hörte ich nur diese Worte. Ich wüsste nicht, wie mir geschähe. Oder so.

„jammernde mutter wird zur plage“
Na und? Lass Dich doch mal den ganzen Tag von minderjährigen Mitbewohnern belabern. Und mach denen dabei das Leben schön.
Da kannst Du irgendwann in den Jammermodus kippen und dann? Kriegst Du auch noch Vorwürfe, Du wärst eine Jammermutter. Und eine Plage.
Ganz ehrlich?
Du kannst mich mal.
Herzloses Kind.

„hass wut kälte liebesentzug was tun hilfe“
Hierbei handelt es sich um ein adäaquates Erziehungsstilmittel und darum muss man da gar nichts tun und es gibt auch keine Hilfe.
Das weiß man.

„baby du siehst gut aus ich will ich kann sehen dass deine haare pflegen computer und teile deine wut raus und alles andere gibt nur hier und jetzt um diese uhr“
Ganz ehrlich. Das hier ist bestimmt moderne Poesie. Oder? da hat einer fast ein Gedicht in die Googlesuche reingeschrieben. Sehr tiefsinnig. Sehr. Extrem. Baby. Ist bestimmt was mit Liebe, oder? Aber ich glaube, ich verstehe das nicht. Was will der? Einen Friseurtermin mit Computer? Oder Antiaggressionstraining im Hier und Jetzt?
Ach. Was soll es auch. Auf jeden Fall die längste aller Suchanfragen, die je bei mir gelandet ist. Prost.

„isch weis nisch wat isch koofen soll“
Ja. Isch auch nisch. Keine Ahnung. Und nicht nur das nisch. Isch weiß noch dazu nisch, was isch kooochen soll.
Da fragst Du besser woanders nach. Bei Leuten, die das besser können. Ich koofe immer nur das Gleiche.
Salat. Milch. Käse, Paprika und Äpfel. Im Moment auch Erdbeeren.
Und Sprit für das Auto.
Aber man könnte auch Klamotten kaufen. Oder Elektroartikel.
Bücher?
Schuhe? Ich hasse Schuhe koofen. Schlimmste Strafe. Und losgehen und koofen wollen, das kann ich immer schon direkt abhaken. Da finde ich nix. Koofen geht eigentlich nur ausversehen.

Und zu guter Letzt:
„nachbar sitzt nackt und breitbeinig vorm fenster“
Vielleicht denkt er, er würde in Amsterdam im Rotlichtviertel arbeiten.
Es gibt schon merkwürdige Menschen.
Und Anfragen.