Das Hausfrauenherz schlägt mitunter hoch und höher. Das kann verursacht werden durch heftigen Ärger, durch Zankereien, durch Familienmitglieder oder durch die gefürchtete Serie. Die Serie der defekten Elektrogeräte.
Immer wieder kommt der Moment, da steht man vor einem Gerät, das von einer auf die andere Sekunde den Dienst verweigert.
Den Dienst, den es eigentlich erbringen soll, um der Hausfrau das Leben und die Arbeit zu erleichtern, ihr Unterstützung zu sein und Hilfe.
So geschehen mit dem Herzstück der hausfraulichen Tätigkeit, der Waschmaschine.

Ich kam vom Wochenende zurück in die heimatlichen rheinische Niederungen und wurde empfangen vom Gutfrisierten mit den Worten: „Äääääh.“
„Ja?“, fragte ich, noch ganz beseelt von drei befreiten Tagen. „Die Waschmaschine is kapott.“
Abfragen der Symptome und intensive Beschäftigung meinerseits mit dem Fusseldingsda und allem anderen Gedöns brachten einen Euro und fünfzehn Cent, sowie eine Haarklammer und einen Lutschstengel zum Vorschein, die Maschine aber nicht mehr zum Laufen. Und weil sie schon einige Jährchen auf ihrem Buckel hatte, recherchierte ich und las und tat und bestellte eine neue.

In der Zwischenzeit nutzte ich die Waschküche der Lieblingsnachbarin. Man sah mich mit einem Korb zwischen den Häusern hin und her laufen, wobei die erste Runde die wichtigste war, da diese Wäsche zwar klatschnass aber ungewaschen aus der versterbenden Waschmaschine kam. Wer einmal einen Korb voll nasser, triefendnasser Wäsche durch die Gegend trug, weiß wie schwer so einer sein kann.
Außerdem wartete ich auf die neue Maschine und wartete. Und wartete. Zumindest wartete ich auf den Anruf der Spedition, die mir mitteilen sollte, wann ich zuhause zu sein hätte, um die Maschine in Empfang zu nehmen.
Ich wurde täglich unruhiger, weil doch Mitte der Woche der Fürst Griko von einer zweiwöchigen Verreeisung wiederkommen wird und das mit einem Haufen Schmutzwäsche. Als Hausfrau ist das nämlich der Albtraum schlechthin. Alles voller Wäsche, die schmutzstarrend in den Körben liegt und weit und breit keine Möglichkeit, sie zu reinigen. Davon bekommt die Hausfrau Zuckungen.

In diesem Moment braucht sie

Und wenn sie sich richtig weggeknallt hat, natürlich rein kurmäßig, was auch sonst, dann wird alles wieder gut. Sie entspannt sich und schnell läuft es wieder im richtigen Gleis.
Das Telefon klingelt, der Spediteur sagt sich für genau zehn Minuten später an, fragt im Keller auch noch höflich, ob er für fünfzehn Euro das Gerät anschließen soll, was die Hausfrau aber ablehnt, weil sie für die Installationen im Haus zuständig ist und da nicht so gern einen Mann ranlässt und ihr Herz schlägt immer höher, weil sie so unsagbar glücklich über dieses neue und wunderschöne Haushaltsgerät mit integriertem Haustierhaarentfernungsmechanismus ist.

Hach.
Wie im Hausfrauenmärchen, oder?

Allein, das Amazonenherz spuckt Gift und Galle und vor ihrem inneren Auge werden ganze Männervölker versklavt und zur Waschmaschineninstallation, Befüllung und Versorgung gezwungen.
Das Sufragettenherz wundert sich, wie es sein kann, dass das Hausfrauenherz höher schlägt ob der Verknechtung durch Geräte.
Und plädiert für die Freiheit, die Wäsche einfach Wäsche sein zu lassen und es dem Manne gleich zu tun, nämlich nichts und die Hände in den Schoß zu legen, auf dass irgendwer sich erbarme. Gleiches Recht für alle.

Und ich?
Ach, ich. Bin es zufrieden, wenn ich mich gleich am hellichten Tage auf den Stresslesssessel werfe und trivialen Unfug lese. Von einem Land ohne Haushalt. Und ohne Pflichten. Von der Freiheit und knackigen Kerlen in strammen…
Egal.
(Habe ich irgend ein Klischee ausgelassen? Dann her damit, ich lege es auf Halde zur weiteren Verwendung.)