Nun sind alle Häschen wieder im Heimatbau. Und es läuft.
Ich bin recht stolz auf mich, dass ich es schaffte, mich selbst von Dingen abzuhalten, die ich sonst einfach so tue, ohne großartig darüber nachzudenken.

Fürst Griko war ja mehrere Tage in Weitweg mit all seinen Klassenkameraden und Klassenkameradinnen. Nachdem er verschwand, warf ich einen Blick in sein Zimmer, woraufhin ich sofort die Tür schloss und in den Überlegungsmodus schaltete, welche vor- und welche Nachteile ein eventuelles Aufräumen meinerseits wohl haben würde.
Weil ich im Endergebniss zu der Überzeugung kam, langsam müsse ein Exempel statuiert werden, räumte ich nicht einmal die herumliegenden Bananenschalen in den Müll. Auch die anderen Lebensmittelreste ließ ich liegen, genauso die Anhäufungen von schmutziger Wäsche und benutzem Geschirr. Ich ließ die Tür für die fast zwei Wochen seiner Abwesenheit geschlossen, das Fenster ebenso. Nur den Computer schaltete ich ab, hier bei uns kostet Strom nämlich sonderbarer Weise Geld und da ist es von Vorteil, wenn man an ihm spart.

In den Tagen darauf spielte ich in Gedanken alle Situationen durch, die hätten sein können bei seiner Rückkehr.
Aber nichts bereitete mich darauf vor, was wirklich geschah.
Nichts.
Gar nichts.
Nicht nichts vorbereitet, sondern es geschah einfach nichts.
Es passierte nüschte.
Er ging in sein Zimmer und ansonsten war nichts. Das ganze Zeug steht selbst zwei Tage nach seiner Rückkehr immer noch verwesend und stinkend auf, unter und neben seinem Bett. Aus gesundheitlichen Gründen sage ich auch nichts dazu. Ich konnte in meinen jungen Jahren eine große Portion Chaos um mich herum gut ertragen, vor allem, wenn ich es selbst verursacht hatte. Aber ich glaube, vor so einem Schweinestall hätte selbst ich kapituliert.
Ich beobachte also diese Unglaublichkeit und schüttle darüber den Kopf. Vermutlich habe ich ihn viel zu heftig geschüttelt, denn mich plagen seitdem Schwindelanfälle.

Warum ich nicht tobe und schreie und schimpfe?
Weil ich keine Energieverschwendung mag.
Weil es nichts verändert.
Weil mein dritter Vorname Geduld ist.

Außerdem male ich gerade ein wunderhübsches wendbares Schild, welches ich in Kürze fertigstellen werden. Dieses wird am Treppenaufgang zum fürstlichen Gemach hängen. Und der Text befasst sich mit dem Hygienestatus im Obergeschoss.

Die bildliche Darstellung zeigt ein großes Ferkel.

Der Fürst wird toben.
Seinen zweiten Vornamen hört er nämlich gar nicht gern.
Rübensau.