Jeder Mensch hat in seinem Leben Dinge, die er liebt. Von ganzem Herzen und aus tiefster Seele. Und genauso hat ein jeder Dinge, der er verabscheut. Aus seinem tiefsten Inneren. Hasst und ablehnt.
Das hat mit der Polarität des Lebens zu tun. Man kann das eine nicht ohne das andere haben. Wer will wissen, wie die Liebe sich anfühlt, wenn er den Hass nicht kennt?!
Ich liebe zum Beispiel einen sonnigen Morgen, der in Ruhe und Entspannung verbracht werden kann. Und ich liebe im Moment höchst ausgeprägt das kleine neue Frollein. Und damit das reibungslos funktioniert mit der Liebe, hasse ich auch dies und das.

Ich hasse es, mich verunsichert zu fühlen. Wenn ich nicht weiß, was ich tun und wie ich resgieren soll, das kann mich wirklich rasend machen.

Seit heute habe ich etwas ganz Neues zu meiner Liste der Dinge, die ich verabscheue, hinzugefügt.
Zahnpasta. Nicht generell, den eigentlich ist Zahnpasta eine nützliche Errungenschaft in der Zahnpflege. Man kann über Zahnpasta diskutieren, über die Inhaltsstoffe debattieren, sie für ungesund oder lebensnotwendig halten. Aber eine Sache ist absolut klar, Zahnpasta gehört ins Badezimmer. Und dort, im Badezimmer, gehört sie in die Tube, in den Mund oder abschließend durch den Abfluss geschickt mit einem Schwung Wasser.
Wo sie aber nichts zu suchen hat, weil sie dort nicht hingehört, das ist die Tür der Duschkabine.

Wie kommt die Zahnpasta an die Duschkabinentür? Und dann auch noch von innen? Nun, es scheint die neueste Mode zu sein, die Zähne unter der Dusche zu putzen und die dabei entstehenden Schäume wild um sich herumzurotzen. Da kommt es schon vor, das nicht verputzte Reste an die Plexiglastür klatschen und dort antrocken. Vorher klebten sie immer im Waschbecken. Aber nun kleben sie in der Dusche.
In Verbindung mit nicht weggespülten Seifenresten in der Duschtasse, die bei der ersten Feuchtigkeitsberührung sofort in einen extrem Rutschglibber übergehen, ist das Gefühl von Hass und Wut und Zorn mitunter sehr ausgeprägt. Das kommt daher, dass man im Alter der mittleren Vierziger als normale untrainierte Frau nicht mehr in der Lage ist, die Beine über Ohrenhöhe zu heben, ohne sich eine Verrenkung zuzuziehen.

Und wenn man dann unten in der Duschtasse liegt und die Zahnpasta entdeckt, die popelgleich an der Kabinentür klebt, dann tobt, neben einem Haufen Schmerzen, Zorn und Ungemach in der Brust.

Als Ausgleich dafür, damit Glück und Liebe zurückkehren können in das Leben, braucht es schon etwas Größeres.
Ich denke, eine ordentliche Portion Eis wäre angemessen.

Oder?