Traurig sein macht müde.
Sehr.
Darum habe ich gestern schon um neun Uhr tief und fest geschlafen. Darum war ich um vier Uhr wach und wälzte mich unelegant auf der Matratze hin und her. Während ich mich wälzte und nicht recht wusste, ob ich nun aufstehen sollte oder doch besser fest die Augen zukneifen, bis der Wecker klingeln würde, ging mir auch allerhand durch den Kopf.
Das kann man sich vorstellen. Ein Kommen und Gehen war das, dass ich irgendwann ganz wuschig war.
Es stolperten alle Gestorbenen durch die Zielichterinnerungen. Die Urgroßmütter, derer drei, der Urgroßvater, Großmutter und Großvater, dazu noch ein Onkel und jetzt ein weiterer. Alle hüpften sie durch das Schlafzimmer und ich überlegte, dass eine große Familie eben auch einiges an Todesfällen bedingt. Und um die Ecke spinxten dann noch Freunde und Bekannte, die schon früh den Löffel abgegeben haben.
Wie gut sich das doch im Alltagstreiben verdrängen lässt, die Sache mit dem Sterben.
Aber wehe, man schaut hin. Dann sind sie alle wieder da. Nicht so ganz richtig, aber eben doch. Irgendwie.
Und irgendwann kommt der Moment, an dem wird man selbst bei jemandem an der Bettkante hocken und eine Erinnerung sein.

Jetzt koche ich.
Dann wasche ich.
Danach putze ich.
Anschließend finde ich noch etwas, dass ich tun kann.
Immerhin habe ich schon auf dem Kleiderschrank gesaugt.
So kann man sich aus diesem Erinnerungsreigen meditativ herausziehen.
Nicht nachts um vier, da ist der Staubsauger so laut. Aber tagsüber. Da läuft`s.

Die nächste Nacht kommt. Ganz sicher.