Baden Württemberg.
Man schreibt es mit zwei T, was sich mir auch bei ausgiebiger Überlegung nicht erschließen will. Gürteltier schreibt man schließlich auch nur mit einem T.
Das ist weg von Zuhause, was sehr gut ist, denn weg von Zuhause ist mitunter das Einzige, was einem Amoklauf noch entgegensteht.

Bei der Ankunft in Baden Württemberg, in der Folge nur noch BW genannt, weil mir das sonst mit dem Schreiben zu lange dauert, zeigte sich mir direkt ein BWler mit Sendungsbewusstsein.
Vor mir fuhr, schon sehr im Süden des Bundeslandes, ein blaues Auto und trug eine große Aufschrift auf der Rückscheibe. Erst einmal ließ sich nur das Wort „Todesstrafe“ deutlich erkennen.
„Huch!“, dachte ich. „Was will der Künstler mir damit sagen?“
Als rheinische Frohnatur war ich mir sicher, hier täte jemand seinen Unmut über die amerikanische Praxis des Niedermetzelns mit ungenannten und unerprobten Stoffen in der Todeskammer (vielleicht ginge es mit einer Spritze Chlorbleiche und vorher angesetztem Propofolrausch auch?) kund.
So fuhr ich ein bisschen näher auf, um auch die etwas dunkler gehaltenen anderen Worte lesen zu können.
Neben „Todesstrafe“ stand dann „für Kinderschänder!“.
Wo war ich denn gelandet? Ich bin solche Sachen wie „Ich bremse auch für Tiere“, „Sponsored by Omma“ oder „Schäcki-Schanin“ und „Schustin-Schäisen“ auf Autos gewöhnt.
Die Einforderung von drakonischen strafrechtlichen Konsequenzen bei Gesetzesbruch in zugegebenermaßen sehr scheußlichen Bereichen, war mir als Autoaufkleber bisher noch nicht untergekommen und ließ mich etwas ratlos zurück. Andere Länder, andere Sitten.

Dann lässt der BWler hinten unten südlich gern Worte aus dem Mund purzeln, an die man sich langsam heranschleicht, nachdenkt, überlegt, Ideen verwirft, andere Interpretationsansätze durchspielt, um dann vielleicht darauf zu kommen, was gesagt wird.
„Wenns it gaat…“ ist so ein Beispiel für das Herausarbeiten einer Bedeutung. Aus dem Gesamtzusammenhang lässt sich nämlich ableiten, dass jemand die Möglichkeit einer Veränderung im Falle der Notwendigkeit in Betracht zieht. Wenn nämlich etwas nicht geht. Dann soll man das sagen.
Nicht wird nicht gesagt. Denn das wird gern überhört. Darum haut der BWler ein knackiges IT stattdessen in die Welt. Das hört man auf jeden Fall.

Im nördlichen BW dagegen ist die Sprache gezogen. Die Nähe zu Hessen und Rheinlandpfalz ist deutlich herauszuhören und das ein oder andere klingt mitunter wie ein Hauch beleidigt. Und das Wetter ist Mist. Es regnet und regnet und regnet immer noch.
Weil das aber gar kein richtiger Urlaub ist, sondern der Probelauf für das Wolkenköpfchen, das sich aufmacht, um neue Welten zu entdecken und fern der Heimat neue Galaxien zu erforschen, um an ihrer Weltkarriere zu arbeiten, ist das egal. Wir sind nicht zum Vergnügen hier.
Obwohl….

Im Grunde schreibe ich das alles nur, weil mir gerade ums Verrecken nicht einfällt, wie ich diese Beerdigungsrede schreiben soll. Leere im Kopf und Schwere im Herzen. Da fließt es nicht. Und ich drücke mich. Mit bloggen.