Mit dem Fuß geht es besser. Optimal ist es nicht, aber besser auf jeden Fall. Zumindest so, dass ich schon wieder Hausfrauenarbeit mache. Wäsche falten kann man auch im Sitzen. Außerdem bin ich, geschuldet einem Lagerkoller, geflüchtet in den nächsten Lebensmittelladen, um dort diverse Eisbecher angefüllt mit süßem Kalt zu erstehen. Ob ich sie esse, das weiß ich nicht, weil ich etwas appetitarm bin, in der letzten Zeit. Aber sollte sich das ändern, will ich vorbereitet sein. Sonst würde ich vermutlich einen Nervenzusammenbruch erleiden, damit wäre mir auch nicht geholfen.
Das Rumlaufen auf dieser Fußsohle ist aber nicht nur schön. Durch die leichte Reibung, welche bei den Vorgängen des Laufens entsteht, fühlt sich der Stich daran erinnert, wer und was er ist. Ein Insektenstich. Und der hat per Definitionem eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. Er muss jucken. Und so stehe ich an der Kasse und möchte mir noch schnell eine Spülbürste kaufen, um mir sofort die Fußsohle damit zu scheuern.
Aber irgendwie mache ich das nicht, denn was sollen denn da die Leute über mich denken?

So stürze ich, wenn ich die Haustür öffne, sofort zum Tiefkühlfach und versuche mit Vereisungsschmerz eines Kühlpacks das Jucken zu überlagern. Geht. Dann tut es zwar weh aber juckt nicht mehr.

Bienen. Was haben die hinten drin, was nach fast einer Woche immer noch so jucken kann? Juckgift? Juckenreiz auslösende ArschSekrete? Was für ein Mist.

Sehr schön ist der Terazzoboden im Flur, kühl und glatt. Da drücke ich die Fußsohle dem Stein entgegen und atme tief. Da das Klo, welches klassisch deutsch direkt neben der Eingangtür ist, auf nicht einmal einem Quadratmeter, liebevoll auch Kindergartenklo genannt, da wir eine extra kleine Kloschüssel einbauen mussten, sonst hätte sich jeder mit der Klotür die Kniescheiben zertrümmert, den gleichen Boden hat, presste ich meinen Fuß auf den kühlen Untergrund, während ich das Klo putzte. Ja, ich hatte Langeweile.
Dann war es schön sauber.

Drei Stunden später besuchte ich das Klo erneut und wie das bei diesem Klo unbedingt erforderlich ist, ging ich rückwärts hinein, denn wenn die Tür erst einmal zu ist, kann man sich nicht mehr umdrehen.
Und als ich so dort hockte, lag direkt neben meinem schlimmen Fuß eine zwanzig Cent Münze. Da hat doch jemand die Klofrau bezahlt.

Nächste Woche besorge ich mir ein Sparschwein, hänge ihm einen Zettel um den Hals, auf dem ich „Für die Klofrau“ notiere.
Mal schauen, ob es klappt.