Ein großer Müllsack.
Zwei große Müllsäcke.
Drei große Müllsäcke.
Vier große…. und so weiter. So ein gefluteter Keller birgt allerhand an Überraschung. Ein kiloschweres Boulespiel, diverse hundert bis tausend Teile Puzzles, mit und ohne Pferdemotiv, eine geradezu absurde Bowleschüssel, diverse Lampenschirme, zwanzig Kilo Wollgedöns in unterschiedlichster Form und Farbe, dreißig Paar Schuhe bis Größe vierunddreißig. Um nur eine kleine Auswahl der in die Müllsäcke wandernden Objekte zum Besten zu geben.

Aufgefallen ist auch, dass ich beim nächsten Besuch in einem Möbelhaus auf keinen Fall eine Klobürste mitnehmen sollte. Das wäre vollkommen überflüssig, erst müssen die sechs im Bestand liegenden Klobürsten verwendet werden.

Dank ausdauernder Belüftung geht die Belästigung durch muffeliges Kellergemüffel langsam aber stetig zurück und zu meiner allergrößten Freude zeigte sich die Heizung unanfällig gegen aufsteigendes Wasser.
Das Wissen um die Weiterbeschäftigungsfähigkeit der gerade einmal acht Wochen alten Waschmaschine ist dem todesmutigen Einsatz des Gutfrisierten zu verdanken. Der traute sich nämlich, sie einfach einmal anzuschalten. Sechzig Grad, all die schmuddelige Wäsche, die durch den Keller schwamm, als ich die Waschbütten zum Wasserschöpfen nutzte. Und mit der Wäsche und meinen Füßen versuchte, den Abfluss zu verstopfen um die Fluten zurückzudrängen.
Der Gutfrisierte zog sich einfach Gummistiefel an, die Gummisohle sollte ihn vor einem vermeintlichen Stromschlag schützen (wobei ich sagen muss, meinetwegen hätte er auch auf nassen Socken laufen können, aber das ist eine andere Geschichte, die metaphorische, die mit dem Entrümpeln des Lebens und der Leichen im Keller zu tun hat), stopfte alles in die Maschine und stellte sie an. Und sie lief und läuft und sie wäscht und ich bin sehr erfreut. Auch der Trockner ist so nett, uns mit seiner Funktion zu erfreuen.
Herrlich.

So kehrt nun langsam so etwas wie Ordnung im Untergeschoss ein. Jetzt dauert es noch ein bisschen, bis der Sperrmüll kommt und all die Plörren abholt, die komplett verranzt vor dem Haus herumstehen. Und nächste Woche bringe ich einfach schon einmal eine Menge der Mülltüten weg. Ich kann den ganzen Krempel nicht mehr sehen.
Am allerliebsten würde ich einfach den kompletten Keller ausleeren. Nichts mehr da stehen haben. All dieser Mist, der sowieso nie wieder gebraucht wird. Weg damit. Lampenschirme der hässlichen Art. Tausend Taschen der noch viel hässlicheren Art. Weg. Kann man nicht mehr brauchen. Ende, aus, vorbei. Ich will das alles auch nicht mehr brauchen. Ich will es nur noch los sein. Dieser Ballast hat ein Gewicht, das mich untertaucht, so dass ich in der Überschwemmung ertrinken könnte, wenn ich nicht dafür sorge, dass es alles auf dem Müll landet.
So fühle ich mich.
Weg. Alles weg.