War`s das jetzt?
Sommer vorbei oder wie? Oder was? Oder wer?
Das ist doch wohl nicht wahr. Es ist August und ich sitze mit Wollsocken auf der Couch. Und Strickjacke. Und einem Halswärmer. Und ich habe am Wochenende den Kamin angemacht, denn die Heizung bleibt aus. Ich weigere mich, sie anzumachen. Kommt gar nicht in Frage, es ist August.

Nass

Es ist doch noch satt grün draußen, warum denn nicht mit ein paar Sonnenstrahlen die Luft auf angenehme zwanzig bis fünfundzwanzig Grad temperieren? Wozu sollen vierzehn Grad im August gut sein? Da war es an Weihnachten schon wärmer.
Und es regnet. Und regnet. Und im Wald matscht es prachtvoll. Es könnte auch knochentrocken sein. Jedoch, jedoch, die Wolke regnet immer noch. So gibt es keine Waldbrandalarmstufe, das ist sehr beruhigend.
Aber ein Sonnenstrahl würde keinen Waldbrand auslösen. Ein Sonnenstrahl wäre jetzt wirklich nicht die Welt, im Gesamtzusammenhang betrachtet.
Aber ein Sonnenstrahl würde mich erheitern. Und das täte Not. Weil es aber keinen Sonnenstrahl gibt, hierzulande, und auch in absehbarer Zeit vermutlich keiner vorbeikommt, wage ich die Hyypothese, es gibt keinen Gott. Die Vermutung hatte ich zwar in letzter Zeit schon häufiger, aber wenn nicht einmal solch kleine Winzigkeiten wie ein Sonnenstrahl machbar sind, wenn man den ganzen Tag betend darum bettelt, dann kann da nichts und niemand sein.
Ich werde ja auch nicht die Einzige sein, die darum bittet und bettelt. Vermutlich gehen im Moment tausende Stoßgebete in die Umlaufbahn, einen Strahl scheinen zu lassen.
Aber ach, keine Hilfe, keine Rettung.

Letzen Endes scheißegal.
Fehlende Sonne ist ja nur eine Begleiterscheinung von beschissener Laune.
Um damit klar zu kommen und das Leben trotzdem zu genießen, grooven wir uns doch einfach auf den Herbst ein.

Pilze

Na? Wird es schon kühl, feucht und klamm?
Jetzt einmal tief einatmen, die nasskalte Luft die Nase einströmen lassen. Hmmm, der Geruch des langsam modernden Waldes mit muffigem Holz im Abgang kitzelt die Sinne.
Und auf den Lichtungen wabert des Morgens herrlich der frühe Nebel.

Dunst

 

Da macht das morgentliche Laufen Freude, wenn es nicht ganz so heiß und sonnig ist. Endlich wieder Regenjacke tragen und Gummistiefel.
Ganz wunderbar.

Was für ein Mist.
Echt.
Ich bin noch nicht so weit, ich kann den Sommer noch nicht gehen lassen. Ich will es nicht. Ich will keinen Herbst, keine Kerzen, keinen Tee, keine Kekse und keine Printen. Ich will Grillen im Garten und kühle Drinks auf der Wiese. Ich will schwitzen und dann kühl duschen. Ich will Röcke tragen und Kurzärmeliges.
Aber wie sagte meine werte Frau Mutter schon immer zu mir?

Kinderwille ist Hühnerdreck.

Scheint so. Danke. Weiterfrieren.