Was soll ich sagen?
Da arbeitet der Fürst seit einer guten Woche, steht brav um halb sechs am Morgen auf, schmiert sich tonnenweise Brote, frühstückt als gäbe es kein Essen mehr, nie wieder, und schon meint er, alles über das Arbeitsleben zu wissen. Über finanzielle Dinge ist er ebenso informiert wie über die Gehälter von Ingenieuren und auch sonst hat er offensichtlich in seinem Ausbildungsbetrieb die Weisheit mit Löffeln eingetrichtert bekommen. Oder das Wissen über die Arbeitswelt und wie sie tickt kam im Schlaf zu ihm. Kann auch sein. Auf jeden Fall weiß nur er das. Alle anderen sind doof. Und ganz besonders seine Mutter.

Ich bin also ein Vollhorst. Das ahnte ich schon länger, aber jetzt ist es sozusagen amtlich: Doof.
Es ist so schön, akzeptiert zu werden. Und gewertschätzt. Wunderbar.
Da muss es auch reichen, dass man im Falle des Nichtklingelns der Handyweckvorrichtung als Ersatzwecker fungiert, weil man durch den leichten Schlaf ab fünf Uhr in der Früh prädestiniert ist dafür. Das ist auf jeden Fall eine Existenzberechtigung.

Aber wer will denn hier über die anstrengende Angewohnheit der Jugend, sich selbst für das Schlaueste, was auf dieser Erde herumkreucht, zu halten, mokieren?
Genau.
Einfach nur dankbar sein, dass er fein zur Arbeit geht, keine Schlafstörungen mehr hat, weil er endlich einmal rechtschaffen müde ist und zu normalen Zeiten essen möchte.
Das andere wird die Zeit schon richten. Am Besten, ich lasse mich hier auf keine weiteren Diskussionen ein, stattdessen lese ich ein gutes Buch. Oder schreibe kurz in meine Blogwelt. Das ist deutlich amüsanter als Streitgespräche über Schwarzarbeit und Notdienst. Und macht mehr Spaß als sich ansehen zu lassen, als wäre man ein korsischer Käse aus einem Comic.