Heute soll es hierzulande ja einen warmen Tag geben, mit einer ordentlichen Portion Sonnenschein. Das ist gut für die Seele und gesundheitsfördend wegen der Vitaminbildung. Und so habe ich gleich um acht Uhr die Wäsche auf die Spinne gehängt (wie das die fleißige Hausfrau so tut, nachdem die Wäsche drei Tage in der Maschine lag, wobei ich darauf hinweisen möchte, dass ich sie dort nicht hineingetan habe, auch nicht die Maschine anstellte; das hatte ein anderer getan und bedauerlicherweise vergessen, darauf hinzuweisen, dass sich irgendjemand, in diesem Falle eben die fleißige Hausfrau, doch bitte darum kümmern möchte, weil sonst ein unangenehmer Geruch der Wäsche anhaften könnte, was er nun auch tut, was mir aber sehr egal ist, denn von mir war da nichts drin, in dieser Maschinenfüllung) und auch schon die nächste Maschine gestartet.
Direkt danach stürzte ich mich mit Captain Penetranzia FreuDich, bekannt unter dem Namen Hund oder Modderliesjen, in den sonnigen Wald.
Und weil ich schon auf Spinne eingestimmt war, hatte ich auch gleich eine im Gesicht. Oder vielmehr ihr Netz, das klebrige, vermaledeite.
Denn nun ist sie da, die Zeit der morgendlichen Klebefallen.

Klebt

Dieses Exemplar war nun nah am Boden, das hätte mir wenig ausgemacht, denn die dicken, wasserdurchlässigen Schlappen an meinem Beinende hätten keine sensitive Wahrnehmung bis ins Hirn durchgelassen.
Aber das Netz, in welches ich mein Gesicht steckte, das war eine sehr intensive Wahrnehmungserfahrung.
Wildes Wischen und dazu ein hysterisch angehauchtes Kieksen ließ auch Captain FreuDich angerannt kommen, verwirrt schauen und dann wieder zum Modderloch zurückkehren.

Modderloch

Dieses Modderlcoh steht nur eemplarisch für viele weitere Modderlöcher auf unserem Weg. Und es ist kein leichtes Geschäft, die Töle von Schlammbädern abzuhalten. Einmal nicht hingeschaut, schon liegt sie mittig und freut sich.

Hübsche Momente gab es bei der Betrachtung alter Bäume ohne alles, also mit ohne richtigen Blättern und wenig Nadeln, aber eingehüllt in warme Sonnenstrahlen.

Baumkleid

Da wirken sie nicht mehr so frustriert und halb tot, als hätten sie in den vergangenen fast zwanzig Jahren ununterbrochen all ihre Kraft für andere Personen herausgeschleud…, halt, einen Moment, was schreibe ich da?
Wir waren bei dem Baum. Also, der hat sich einfach ein Kleid aus Sonnenstrahlen angezogen und war sehr guter Dinge. Wen interessiert da schon, wie er an diesen Punkt kam, so auszusehen?

Der Wald. Das hier ist kein Urwald. Es gibt Blickwinkel auf den Wald, da merkt man, dass er von Menschenhand geschaffen wurde. Und diese Menschenhand scheint von einem Menschenkopf geführt worden zu sein, der es gern ordentlich hatte.

Ordnung muss sein

 

Dann stehen die Bäume akkurat, wie mit dem Lineal und dem Geodreieck einsortiert. Das erschreckt mich immer. Weil es den Bäumen, die so ordentlich daherstehen häufig so elend geht.
Das sieht man, oder?
Richtig lebensfroh wirken die nicht, sie sind sich sehr ähnlich und scheinen deprimiert zu sein. Ich denke oft darüber nach, wer bitte auf die Idee kam, die Bäume in ein Großraumbüro zu stecken. Das scheint keine gute Idee gewesen zu sein.

Gesünder

Jetzt sind das hier Laubbäume, aber eben durcheinanderstehende Bäume. Das wirkt doch ganz anders! Die sind anders drauf!

Übrigens scheine ich nicht die einzige Person zu sein, die hin und wieder ihren Frust an Grünzeug am Wegesrand ablässt.

Verprügelt

Das war ich nicht, da hat jemand anders das Springkraut übel zugerichtet. Springkraut zu verprügeln ist erlaubt. Auch in waldorflichen Kreisen. Einem Springkraut eine reinzuhauen ist sehr entlastend und erleichternd. Aber wie gesagt, ich war das nicht. Ich war etwas betrübt, denn ich wollte eigentlich zuschlagen. Zu spät. Ich hätte der Schnecke noch eins Treten können. Aber nachdem ich erst kürzlich ungeplant barfuß eine zertreten habe, wollte ich keinen weiteren Körperkontakt mit so einem Getier riskieren. Den Schleim wirste nicht los.

Jetzt mache ich es wie all die anderen, durch die Sonne wachgekitzelten Tierchen, der Heckensägler, der Kettensägler und auch der Rasentrimmler.
Ich stelle mich auf die Wiese im Garten, mache ordentlich Elektrolärm und hoffe, damit ein Männchen anzulocken, welches dann die Aufgaben übernimmt. Vermutlich ist aber die Uhrzeit wieder kontraproduktiv. Das Männchen ist bei der Arbeit.
Ich mache hier ja nur Vergnügen, falls jemand was anderes dachte.