Was hat das zu bedeuten, wenn man an einem Samstagmorgen um halb acht im Wohnzimmer auf der Couch hockt, gegen eines der fettesten Kissen des Hauses gelehnt, und am Computer herumhampelt?
Nun, es könnte sein, man hat Rücken und kann nicht mehr liegen. Das ist es aber nicht.
Es könnte sein, man wurde um sieben Uhr von einem hysterisch angehauchten Anruf aus dem Bett gejagt, der Bus käme nicht. Ja, so war das wohl. Auch. Weshalb ich in aller Frühe schon jugendliche Adlige zu ihrer Arbeitsstelle kutschierte. Man muss da Proiritäten setzen. Natürlich hätte ich sagen können, dass mir das scheißegal ist und er sich selbst um seinen Kram kümmern muss. Aber es ist mir ja ein besonderes Anliegen, dass er die Probezeit gut übersteht und schön weiter arbeitet. Es geht nichts über einen Spätpubertisten, der zwölf Stunden aushäusig ist und sich müde schafft.

Aber das aufgerichtete Sitzen auf dem Sofa, was in den vergangenen Minuten deutlich eine Etage tiefer gerutscht und kaum noch als Sitzen sondern vielmehr als Lümmeln zu bezeichnen ist, ist am deutlichsten der Tatsache geschuldet, dass bei ebenerdigem Liegen der Kopf vollläuft.
Die Nebenhöhlen füllen sich, der Hals beginnt zu brennen von der Maulatmung und alles setzt sich fest.
Wenn man dann aufsteht, den Kopf schön nach oben nimmt und frische Luft einatmet, etwas heißen Tee die Kehle herunterschüttet und vielleicht noch drei Schritte bis zum Auto geht, sich dabei echauffiert über die Blödheit von diesem und jenem, dann kommt alles in Fluss, es wird genießt und gespeuzt, geschnoddert und geschnäuzt. Der Kopf leert sich und es bleibt ein rummeliges Gefühl.

Zusammengefasst lässt sich sagen, ich bin erkrankt. Schlimmer Schnupfen. Gestern kam es angeflogen, aber ich hätte es schon ahnen können, wenn ich nicht so getan hätte, als wäre ich Superlavendelwoman. Beim Abendessen spürte ich aus heiterem Himmel den nahenden Zusammenbruch, denn ich fing an zu niesen und dabei ploppten die Ohren, was ein schlechtes Zeichen ist.
Manifest wurde es dann im Liegen und die Nacht war so, wie man das von früher kennt. Man schläft ein bisschen, ist wach, schläft ein bisschen, ist wach, träumt wirres Zeug von Gesangsauftritten in der Schulaula des Gymnasiums, welches man vor mehr als einem Vierteljahrhundert besuchte, ist wieder ein bisschen wach und hört eine Witze-CD, überlegt sich, ob man den ebenfalls erkälteten Schnarcharschmann tritt, damit er mit dem Höhlenmenschgeröhre aufhört, entscheidet sich dagegen und schreibt lieber nächtliche Whatsapps an die Verwandtschaft, in denen man darauf hinweist, dass man den Verdacht hat, auf der anderen Seite des Bettes läge ein T-Rex aus dem Jurrasic Park. Darüber lacht man sich sehr leise fünf Minuten kaputt und putzt dann vergeblich die Nase, weil alles fest in den Höhlen hockt.

Und nach der Taxifahrt, die übrigens den einzigen Vorteil ans Tagesllicht brachte, den ein Schnupfen haben kann, nämlich die Unfähigkeit den unverhältnissmäßigen Gebrauch von Duftstoffen aller Art wahrzunehmen, lohnt es sich wirklich nicht mehr, den Kopf wieder runter zu nehmen, wo es gerade so schön rausläuft, aus dem Kopf.
Aber langweilig wäre das schon, hätte man nicht das wunderbare Internet und jetzt auch Zeit, ein Paar Takte in der/die/das Blog hineinzuhämmern.

Sollte ich noch länger hier herumhängen und nichts anzufangen wissen, schreibe ich möglicherweise noch ein bisschen herum. Wobei einem auf dem Sofa bekanntlich nicht so unglaublich viel passiert. Aber ich kann mir ja was aus der Nase ziehen.
Ich lache dann jetzt wieder fünf Minuten.

Bis später.