„Stalking ist das willentliche und wiederholte (beharrliche) Verfolgen oder Belästigen einer Person, deren physische oder psychische Unversehrtheit dadurch unmittelbar, mittelbar oder langfristig bedroht und geschädigt werden kann“
Quelle: Wikipedia

Ich bin das Opfer eines Stalking-Angriffs. Bedauerlicherweise. Ich werde verfolgt und belästigt. Erst habe ich versucht, es zu ignorieren. Dann habe ich einfach weggeschaut. Ich habe weggehört und Pöppel in die Ohren gesteckt. Anschließend habe ich so getan als sei nichts. Aber alles umsonst. Und ich kann es noch nicht einmal zur Anzeige bringen, weil mich der diensthabende Wachmann sicher auslachen würde.
Ich käme in die Polizeidienststelle Untermarschbach, nach ausführlicher Kontrolle von Taschen und sonstigem und einer Wartezeit von einhundertdreizwanzig Minuten, könnte ich an der Polizeitheke stehen und würde gefragt werden:

Polizeimeister: „Wat kann isch für Se tun, junget Frollein?“

Ich: „Ich möschte eine Stalkinganzeige aufgeben.“

PM: „Aha. Sie werden gestalkt? Von wem denn?“

Ich: „Helene Fischer.“

Der Polizeimeister täte mich angucken wie eine sehr seltene Art von Unrat.

PM: „Wat soll dä Unfug? Helene Fischer? Die stalkt Sie? Sinnse noch janz beisammen?“

Ich würde zu einer ausschweifenden Erklärung ansetzen. Dass ich von Helene  Fischer Emails bekommen habe, in denen sie mich auffordert, Klamotten zu tragen, die ihrem Stil ähneln, die ich preisgünstig bei einer Kaffeefirma kaufen solle. Dann ist sie mir als Pappkameradin in den Supermarkt gefolgt, wo sie sich hinter einer Palette Chips versteckt hatte und im passenden Augenblick schon wieder mit ihren Kleiderfähnchen vor meinem Gesicht herumwedelte.
Und dass alles, nachdem sie mir regelmäßig über den Fernsehbildschirm Botschaften zuflüstert. Irgendwas darüber, dass ich bald nächtliche Atemnot haben werde. Und will man in Ruhe fesche Fußballburschen sehen, springt sie plötzlich wie eine Aufziehmaus ins Bild und jodelt.
Wohin ich auch gehe, was ich auch tu,
was ich sehe, es ist immerzu,
das Gleiche,
Helene ist da, ich werd gleich zur Leiche.

Sie will, dass ich mir die Haare in ihrer Farbe färbe, ihre Kleider trage, ihre Makeup benutze, sie ist einfach überall. ÜBERALL! Sie steht sogar in Mannheim bei Psieben.

Ich ertrage das nicht. Das macht mich fertig. Auch psychisch.
Ich bin verfolgt davon. Kein Tag vergeht, an dem sie nicht meinen Weg kreuzt.

Der Polizeimeister würde mich vermutlich verständnislos anmeckern:

PM: „Dat is doch ene feschet Määädsche, die Helene!!! Die sieht man doch total jerne! Wat soll dat Jenöhle, dat is doch nur Neid, weil Se ihr den Erfolsch nit jönne könne. Machen Se, dat Se fott kumme. Ääscht, dat is doch widdelisch, wie Se über diese Ausnahmekünstlerin urteilen. Raus aus minge Polizeistation. Mit su wälsche wie Ihnen will ma jaanix zum tue haben!“

Und dann kann ich nach Hause gehen und auf den nächsten Helene Fischer Stalk warten.

Ich lauere nur darauf, dass sie mir im Wald begegnet.
Ha.

(Sehr geehrte Frau Fischer,
Sie sind sicher ein netter Mensch, in Echt. Aber Ihre Kunstfigur in Film, Funk, Fernsehen, Werbung, auf Rolltreppen, Plakaten, Anzeigen, Zeitungen und Emails geht mir mordsmäßig auf den Sack. Nix für ungut.

Herzliche Grüße und nehmen Sie doch einfach mal ein Bronchospamolytikum, dann haben Sie auch nach dreinundzwanzig Uhr noch genug Puste.

Frau Lavendel.)