Es geht so einfach nicht weiter. Wirklich. Es kann doch nicht sein, dass ich, anstatt wunderbare Blogartikel in der Realität zu verfassen, diese immer nur in meinem Kopf formuliere, während ich Sachen mache, die ganz nahe an der Unerträglichkeit liegen.

Nahe an der Unerträglichkeit ist zum Beispiel die Tatsache, dass sich im herrlichen Herbstlaub, welches in lustigem Blättertanz zu Boden fiel, eine Tretmine neben der anderen befindet. Gut, hier meldet sich sofort das obligatorische „Sowas-darf-man-micht-sagen-in-anderen-Ländern-sterben-Menschen-durch-echte-Minen“ und verbietet einem diese Wortwahl. Aber wenn man sich zum dritten Mal innerhalb einer Woche die Hundekacke aus dem Profil puhlt, fängt man an, sich über solche Dinge hinwegzusetzen und gedanklich sehr derbe zu werden.

Unflätige Gedanken stellen sich auch ein, wenn man bemerkt, dass sich trotz der Erziehung zum genauen Gegenteil, der männliche Anteil des Haushaltes angewöhnt, den Deckel des Klos hochgeklappt zu lassen.
Aber gewesen ist es keiner. Und wenn jemand besonders betätigungsarm ist, oder, um es in einfachen Worten klar und deutlich zu beschreiben, zu faul für alles, lässt derjenige sogar seine Strulle drin.
Wie kann man denn zu faul sein, eine Klospülung zu betätigen? Und den Deckel zu schließen? Muss ich Gott dankbar sein, dass sie nicht zu faul sind, überhaupt aufs Klo zu gehen? Würden sie am liebsten in die Ecken ihrer Zimmer defäkieren, nur weil der Weg ins Bad zu lang ist?
Ich könnte ihnen anbieten, einen Topf oder Eimer in die Zimmerecke zu stellen. So wie früher, in der guten alten Zeit. Dann würden sie sich den Pott einfach unter den Hintern ziehen und entschlacken.
Meine Güte, wirklich. Die Erfindung des Wasserklosetts als das Beste, was der Menschheit passieren konnte, zu würdigen, das kommt diesen kleinen Pubertätstrotteln nicht in den Sinn.

Außerdem warte ich auf das Ableben der Fische. Die leben nämlich seit über einer Woche in der Dunkelheit. Die Lampe ist kaputt. Wie lange es wohl noch dauert, bis sie ins Seegras beißen?
Ich habe von Anfang an gesagt, das ist eine Schnapsidee, sich ein Riesenaquarium ins Zimmer zu stellen. Ich habe es direkt gesagt, dass es zu Problemen kommen wird. Und? Hört das Pubertistenhirn mütterliche Einwände? NEIN.
Auf dem Ohr ist es stocktaub.

Und während ich also Kacke vom Schuh wische, Klodeckel schließe, Hingepinkeltes wegspüle und im Baumarkt Aquariumslampen besorge, weil ich Mitgefühl mit Aschloch, Beschloch, Ceschloch, Deschloch und Ludovika habe, wird mir die Zeit knapp zu bloggen.

Das geht so nicht weiter. Wirklich.

Darum blogge ich heute. Damit sich etwas ändert. Ich blogge heute über das Thema Hund. Denn Hunde sind ja auch ein beliebtes Bloggerthema. Wer hat den niedlichsten Hund, welcher Hund guckt am Süßesten und wessen Hund ist der Beste?

Ich muss gestehen, ich sitze auf einem anderen Dampfer. Andere Leute finden meinen Hund total niedlich und freundlich. Freundlich, weil er sich von jedem anfassen und streicheln lässt und jedem für ein kleines Leckerli bis zum Anschlag in den Arsch kriecht. Das finde ich ehrlich gesagt widerlich. Dieses schwanzwedelnde Einschleimen ekelt mich an. „Guck mal, ich liebe dich, ich liebe nur dich, wackelwackel.“
Ich kann dann bleiben wo der Pfeffer wächst. Undankbares Vieh. Wer füttert denn? Wer kauft das gute Futter gegen den erbarmungswürdigen Mundgeruch? Wer erträgt das Kotzen an Silvester und das Stinken im ganzen Jahr?
Und dann wälzt sich die Töle in jedem Scheiß. Orginal in jedem Scheiß. Wildschweich, Eichhörnchen, egal, Hauptsache Scheiß.
Ich habe jetzt aufgehört zu sagen: „Ach, fassen Sie den Hund besser nicht an, der hat sich gerade in Wildschweinscheiße gewälzt.“ Ich sage nichts, bleibe stumm und schaue zu. Und gehe dann entspannt weiter. Sollen sie diesen kleinen Schleimer doch alle liebkosen, werden sie schon sehen, was am Ende kleben bleibt.

Heute war es auch wieder so weit. Der kleine Kriecher hat sich in die Sülle gelegt.
Und dann habe ich einen Wutanfall gehabt. Ich meine, Konsequenz davon ist ja immer auch, dass ich anschließend das Bad putzen muss. Und das Bad ist zwar klein, aber wenn ein Hund sich darin schüttelt, ist eben auch alles eingesaut.

Nach dem Spaziergang schnappte ich mir also das Hundefrollein und zog sie ein Stockwerk hinauf.

Anfang

In der Dusche guckt sie so vorwurfsvoll. Man sieht doch, was sie denkt, oder?
„Ich hab nix gemacht, ich hab nix gemacht, ich hab nix gemacht….“
Hat sie wohle. Sie stinkt wie ein Wildschweinabort.

Mitte

Hier hat sie immer noch nix gemacht. Das sagt der Blick. Das Duschbecken spricht eine deutlich andere Sprache. Guckt Euch das doch mal an!!!!!!!
Pfuipfuipfui…

Ende

So. Und jetzt kann jemand den Tierschutz rufen. Der Blick besagt, hier wurde ein Tier….

„No animal was harmed in the making of this foto!“