Was ist aus Aschloch, Beschloch, Ceschloch, Deschloch und Ludovika geworden?
Diese Frage wird den geneigten Leser sicher umtreiben. Mag sein, dass der ein oder andere mit eher zarter Seele ausgestattete Mensch etwas Zeit seines Nachtschlafes investierte, um darüber zu sinnieren, ob die Fische in der Obhut des adligen Mitbewohners nun glücklich und zufrieden ihr Leben fristen. Oder ob die mütterlichen Worte sich als wahr erweisen würden. Die Worte der Mahnung, dass das Experiment Aquarium im obersten Stockwerk in einer Katastrophe enden würde. Entweder durch einen veritablen Wasserschaden, eine extreme Geruchsbelästigung oder aber durch das Ableben fünfer unschuldiger Fische, die kein schlimmeres Vergehen begingen als dem Fürsten in die Hände zu fallen.

Nun denn, für die Interessierten:

Grüne Glitsche

Sieht das hier noch nach Lebensraum aus? Oder vielmehr nach dem Grundstoff dessen, was vor Jahren oder Jahrzehnten für teuer Taschengeld unter dem Namen Slime in Kinderhände gebracht wurde?
Es ist ein elender Anblick. Es schwabbeln grüne Schleimalgen durch das ehemals klare Wasser und man muss länger warten, bevor man den Blick auf eins von den Schlochen oder Ludovika erhascht.
Ich als Zahnarztfraum, hä? Kurzschluss! Mutter habe einen heiligen Eid geschworen, dieses Aquarium zu ignorieren, mir jede Einmischung verboten und nur kurz dagegen verstoßen, als ich neue Lampen kaufte, weil die Fische eine Woche im Dunkel schwammen.

Ich werde das verfluchte Scheißaquarium nicht sauber machen. Nicht. Niemals.
Auf keinen Fall. Sonst soll mich der Schlag treffen. Oder mein Herz stehenbleiben. Was auch immer.
Aber ich muss bedenken, es sind Lebewesen. Zwar nur Fische, die in der Regel mit den S behandelt werden. Drei S, kennt man doch, in der Behandlung von Fisch.
Säubern.
Säuern.
Salzen.
Das ist ein absolutes Muss. Hin und wieder darf sich noch ein Mehlieren und Panieren anschließen, das ändert jedoch nichts an den S.
Trotzdem ist es knifflig, denn die drei S werden in der Regel an größeren und toten Fischen durchgeführt. Lebende Fische mit Zitronensaft einzureiben verbietet der gesunde Menschenverstand.

Nun hocken also die Viecher in der grünen Plörre und ich leide. Weil ich ihnen nicht helfen kann, aus pädagogischen Gründen, aber auch, weil ich mich nicht in der Lage sehe, ein hundertzwanzig Liter fassendes Aquarium mithilfe eines zehn Liter Eimers zu leeren, wobei jeder Eimer einen Gang die Treppe runter und wieder rauf bedeutet.
Tue ich nichts, werden sie sterben und mein Karma wird schrecklich leiden. Ich werde vermutlich diverse Male als Scheißhausfliege wiedergeboren, bevor ich das wieder gut gemacht hätte.
Also?

Hilferufe

Ob das wohl hilft? Ob das für mein Karma reicht und die Sache mit dem Klo dann nur den Fürsten trifft, wenn er nicht darauf hört und sie sterben lässt?

Meine Güte, ich hasse das Aquarium. Es macht mir Stress, obwohl ich das nicht will. Kann nicht einfach jemand kommen und es mitnehmen???

Ludovika

Deschloch und Aschloch haben den Zettel wohl auch gelesen. Und Ludovika.
Vermutlich legen sie all ihre Hoffnung in diesen Hilferuf.

Und kann es sein, dass ich vergessen habe, meinen Sohn mindestens fünf Mal
„Findet Nemo“ gucken zu lassen?