Meine Güte.
(An dieser Stelle ziehe ich ein pikiertes Schnütchen, eine Augenbraue hüpft Richtung Haaransatz und meine Haltung insgesamt erinnert an eine Lehrerin im Mädchenpensionat anno 1925!)

Das darf doch wohl nicht wahr sein.
Es gibt in der Tat am zweiten Januar einen Menschen, der von mir ein Hausverbot ausgesprochen bekam.
Dieser Bengel wird meine heiligen Hallen nicht mehr betreten.
Und das kam so.

Der Fürst, den ich vermutlich demnächst Held der Arbeit nennen werde, weil er immer so brav zu seiner Ausbildungsstelle geht und sich dort müde schafft, jetzt jedoch noch nicht, weil er Urlaub hat und darum Besuch hatte, kam mit eben jenem in die Küche, als ich nicht zugegen war. Kurze Zeit später jedoch kehrte ich von der Jagd zurück. Ich hatte Blattspinat erlegt, einige Tomaten gefangen und zwei Töpfchen Eis geschossen.
Kaum betrat ich die Küche, wurde unter absoluter Nichtbeachtung meiner Beute, sofort auf mich angelegt, gezielt und angefeuert. „Warum haben wir kein Toastbrot mehr?“, fragte mich der Fürst.
Warum denn nicht? Das weiß ich nicht.
Ich zuckte nur die Achsel.
„Warum? Was sollen wir denn jetzt essen?“
Da saßen sie, die beiden Burschen, der eine mir wohlbekannt, entschlüpfte er doch vor vielen Jahren meinem Bauch und in den nostalgischen Momenten des Lebens erinnere ich mich gern daran, wie seinen zarten Hände mein Gesicht berührten, er sich an meinem Kinn festsaugte und mir einen lächerlich großen Knutschfleck dort hinterließ. So ein Moment war das nun aber nicht.
Ihm gegenüber saß ein Baumstamm. Bald zwei Meter groß, vom Kickboxen gestählt und, ich muss es erwähnen, damit man vielleicht ansatzweise nachvollziehen kann, wie das Drama zustande kommen konnte, mit Migrationshintergrund.

„Hast Du Toastbrot mitgebracht?“
Diese Frage beantwortete ich mit einem wenig damenhaften „Nö.“
Ich grummelte dann noch leise vor mich hin, es gebe sowieso gleich Abendessen und da müsse man sich nicht mit Toastbrot vollstopfen und wieder das gekochte Essen verschmähen.
Die Burschen beendeten dann ihre Vesper und gingen drei Schritte weiter ins Wohnzimmer (es ist recht übersichtlich mit dem Platz hier).
Ich ging nun Momente später ebenfalls durch das Wohnzimmer, da flutschte dem Baumstamm etwas aus seinem Mund, was ich ihm umgehend in selbigen zurückstopfen musste.
„Ab in die Küche.“

Wie eine Kampfhenne sprang ich ihm an den Hals, hielt ihm einen Vortrag über die Rechte der Frauen, über die Küche, Kirche und Kinder, über Selbstverständlichkeiten und Unverschämtheiten und redete mich in Rage. Bedauerlicherweise kam der Migrationshintergrund in Verbindung mit dem Erlernten über die Stellung der Frau bei ihm zum Tragen und statt den kleinen Kopf zwischen die muskulösen Schultern zu ziehen und mit einen kurzen Nicken die Sache zu beenden, plusterte er sich auf wie ein Hochlandgorilla und fing an, eine gewisse Drohkulisse aufzubauen.
Breitbrüstig stand er da, schnaufte wie eine Dampflok, erklärte mir, humorbehindert zu sein und nicht zu wissen, wo mein Platz wäre.
Huihuihui.
Das hätte er besser gelassen, denn da hat mich ein kleines bisschen die Höflichkeit verlassen. Alleweile war übrigens der Gutfrisierte in die Küche gegangen und räumte die Spülmaschine aus, um diesem impertinenten Quadratarsch durch Taten zu zeigen, dass seinen Mund bezüglich der männlichen Positionen nur Schwachsinn verließ.
Leider hatte der einen Testosteronschub und die ganze Situation wurde immer ungemütlicher. Zwei junge Frolleins auf dem Sofa beobachteten das Geschehen mit großen Augen und offenem Mund.
Und spätestens als meine erhobene Stimme ein schmetterndes „RAUS HIER“ intonierte, kam auch der Gutfrisierte in das Wohnzimmer zurück.
Er regelte mit wenigen Worten von Mann zu Mann das Verlassen des Etablissements und ich blieb recht verwirrt zurück.

Ich schaute mich um, ob irgendwo eine Kamera mit einem RTL2 Logo lauerte, aber nichts war zu sehen. Wir hätten ganz toll eine Folge von Köln 4711 oder Berlin Tag und Nacht bestücken können, mit diesem kleinen Fight.
Und ich bin immer noch erstaunt über die Unverschämtheit dieses Lackels.

Nun, jedenfalls ist klar, Gespräche brauche ich mit dem nicht zu führen, ich habe da keinen Erziehungsauftrag.
Über die Freundschaften, die der Fürst pflegt, werde ich mich auch nicht äußern. Sehr wohl werde ich aber etwas über respektvollen Umgang sagen und darauf hinweisen, dass so ein Scheiß hier nicht läuf.

Soll er sich mit dem prähistorischen Anabolikasaurus bei dessen Mutta treffen und zugucken, wie der die zur Sau macht. Mit mir nicht.
Oder sie können sich auf dem Marktplatz treffen und da rumlungern und sich gegenseitig erzählen, dass der Islam eine tolle Religion ist und Israel böse.

Wie ich schon zu Beginn sagte.

Meine Güte.