Entwicklungen passieren, aufhalten lassen sie sich in den seltensten Fällen.
Auch wenn man sich dagegen stemmt, es geht weiter und weiter und nichts bleibt, wie es ist.

Natürlich könnte man mir unterstellen, einfach Behauptungen aufzustellen, ohne einen Beweis an der Hand zu haben.
Ich habe Beweise. Und ich habe sie sogar bildlich dokumentiert.
Der Beweis für stetige Veränderung. Aber auch der Beweis für die Vergänglichkeit allen Seins.

Frisch

Im Rahmen des großen rheinländischen Wintereinbruchs kam es zur Entstehung dieses Schneemann-Lebens. Mit einigem Tammtamm und Bohei wurde er aus der Taufe gehoben.

weniger frisch

Einige Tage nach der Schneekatastrophe in der Köln-Bonner Bucht gab es erste Verluste zu beklagen. Der Kopf war abgestürzt und insgesamt sah der Schneemann nur noch wenig lebendig aus.

Unfrisch

Trotz immer wieder auftretende Frostperioden ist sein Untergang unaufhaltsam.
Und somit ist klar:
In seiner Entwicklung vom stolzen Schneemann hin zu schmuddeligen kleinen Schneebollen gibt es kein Einhalten. Kalte Nächte führen vielleicht zu einer Entwicklungsverzögerung, generell lässt sich der Prozess aber nicht umkehren und auch nicht beenden, bis er selbst sich beendet hat.

Und das heißt nichts anderes als:

Am Ende sind wir alle tot.

(Das liegt vermutlich am Winter. Der Februar ist immer wie ein Kaugummi. Er zieht sich und zieht sich. Und dann kommt auch noch Karneval, ganz schlimme Sache. Der Frühling lässt auf sich warten und vor Kurzem hörte ich auch noch im Radio, dass eine Wetterexpertin sagte, der Winter würde sich voraussichtlich bis in den März ziehen. Darauf bekam ich einen Zusammenbruch. Aber nicht wegen des Inhaltes dieser Aussage, eher war es die Tatsache, dass es Expertenwissen braucht um festzustellen, dass der Winter bis März dauert. Ich frage mich sowieso seit geraumer Zeit, was einen Experten zum Experten macht. Ein Wetterexperte sollte sich mit Wetter auskennen, schon klar, und er sollte den jahreszeitlichen Verlauf im Kopf haben. Damit kann er sich natürlich mit der Aussage, Winter dauere bis März, aus der Reserve wagen.
Das weiß zwar vermutlich auch jeder Grundschüler in der dritten Klasse, aber sei es drum.
Was macht denn den Terrorexperten zum Terrorexperten?
Bin ich ein Terrorexperte, weil ich seit mehreren Jahren dem Pubertätsterror in dreifacher Ausführung ausgeliefert bin? Nein. Ich bin Pubertätsexperte. Mehr oder weniger. Oder nein, ich bin Pubertätsterroraushaltungsexperte. Mit diesem Expertenwissen bin ich aber noch in keine Talkshow eingeladen worden.
Allein, was sollte ich dort auch erzählen? Ist alles nur eine Phase, geht vorbei, ist wie ein schmelzender Schneemann. Sie verändern sich und irgendwann ist die Pubertät weg und ein Mensch erwacht. Mit etwas Pech zieht sich dieser Entwicklungsweg aber in die Länge, dass es fast ist, als dauere der Winter bis August.
Und trotzdem sind wir am Ende alle tot.)