Eigenlob, meine ich, stinkt irgendwie nicht. Also ich halte meine Nase in die Luft und rieche nichts.
Blöd auch, wenn man in Ratgebern aller Arten den Hinweis bekommt, Lob anzunehmen, Komplimente zu akzeptieren und sich selbst gut zu finden, während auf der anderen Seite solche Sprüche wie der über das stinkende Eigenlob, in der Kindheit fest ins Gehirn gestanzt, immer wieder daher kommen und versuchen, Eigenlob madig zu machen.

Also ich, wo ich sonst durchaus unter dem ausgeprägten Drang des Selbstzerfleischens leide und darum mit ausgeprägten Schwankungen des Selbstwertgefühls klarkommen muss (Und? Wer isset schuld? Die Mutter, wer denn bitte sonst!), möchte mich heute und an dieser Stelle einmal voll toll finden. Ich habe heute den Staubsauger, der mir während des Staubsaugvorgangs unter den Händen zerbröselte, sofort und mit wenig Aufwand und nur einigen Metern Tape wieder in einen saugfähigen Zustand verbracht.

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Pfiffig, wie ich nun einmal bin, habe ich auch eine gerade aufgefundene entleerte Klorolle miteingearbeitet.
Im Gegensatz zu anderen hier wohnenden Personen, die bei plötzlich auftretenden Problemen augenblicklich anfangen zu fluchen („Pfff, Kacke, Scheiße, Verdammt!“) und hektisch werden, weil sie sich schon wieder in der Situation sehen, Millionenmilliarden Geld für Haushaltsgeräte ausgeben zu müssen, bin ich die Ruhe selbst, überlege siebenundzwanzig Sekunden und schreite dann zur Tat und zur Lösung des Problems. Ich bin unglaublich anpassungsfähig, spontan und immer bereit, alle Dinge den Gegebenheiten anzugleichen. Ha.

Außerdem habe ich eines meiner vielen, leider sehr brotlosen Talente in den vergangenen Tagen genutzt und mich mit einem auf dem Sperrmüll gefundenen Stuhl befasst. Ich habe bedauerlicherweise kein Vorherfoto gemacht, aber dafür ein Nachherfoto, als ich ihn frisch verleimt, hier und da verschraubt, geschliffen, gewachst, ausgebessert und die Sitzfläche mit neuem Stoff bezogen hatte.

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Und da schau her, da steht er. Ist er nicht wunderschön geworden?
Habe ich das nicht toll und wundervoll gemacht?
Ich bin großartig.
(Nein, es riecht immer noch nicht. Nur ein bisschen, aber das ist definitiv der Köter.)
Doch, herrlich. Ich werde mich noch ein paar Minuten dem hemmungslosen Selbstbeweihräuchern hingeben und dann langsam wieder in die normalen Sphären zurückkehren.
Dann fange ich sicher auch wieder an zu jammern. Und mich scheiße zu finden. Aber bis dahin genieße ich mein Heldendasein.