Die Flucht in den Wald, so dachte ich, sei mir geglückt. Außer mir, war niemand dort und ich war tiefenentspannt. Ein Fehler, wie ich sofort dachte. Denn in der Ferne, da sah ich es.

Hinten

Die linke Gestalt, eindeutig verkleidet. Vermutlich so ein Geschöpf im überdimensionierten Nachthemd. Soetwas läuft gerade im Rheinland vermehrt umher, oft mit einer Nuckelflasche um den Hals, welche gefüllt ist mit „hochgeistigen“ Getränken. Appelkorn.

Ich rief den Hund direkt zu mir, verlangsamte meinen Schritt und suchte nach Fluchtmöglichkeiten. Dabei behielt ich die sich nähernden Jecken im Auge.

Näher

Schritt für Schritt kamen sie näher und ich reagierte. Hektisch sprang ich in die Büsche rechts und versteckte mich hinter einem Baum, alleweile ich die unerbittliche Verkürzung der Distanz zwischen mir und ihnen mit einem Zittern ertrug.

Hä?

Aber es waren nur Wandersleute. Gut, die Frau trug einen aus der Ferne nicht gut zu erkennenden lilafarbenen Mantel, der auch gut in den Karneval passt. Aber ich glaube, dass sie es nicht närrisch meinte. Der Mantel war durchaus ernst gemeint.

Erleichterung

Und so blickte ich ihnen hinterher und war erleichtert. Aber auch ein bisschen verärgert über mich selbst. Wie konnte ich nur die Conentance verlieren? Wann hat sich die Hysterie in mein Herz geschlichen? War es der Moment am zweiten Januar, als sich mir im des Humors eigentlich gänzlich unverdächtigen Baumarktes dieses Bild bot?

Oder bei Baumarkt

Schon da brandete mir die Witzischkeit unangenehm entgegen. Und seitdem leide ich unter einer fast allergisch zu nennenden Reaktion. Mir scheint jedoch, ein gewisses Maß an Psychosomatik spielt dabei eine Rolle.

Wie auch immer, die armen Spaziergänger waren mitnichten Jecken, der einzige Jeck war in dem Moment ich, weil ich mich wie eine Bekloppte hinter einem Baum versteckte. Damit habe ich die Spaziergänger vermutlich sehr erschreckt, es kann wohl durchaus sein, dass sie mich für einen Waldbekloppten oder gar einen geistig gestörten Straftäter hielten, denn sie gingen sehr zügigen Schrittes an mir vorbei.
Und ich ging, als sie weg waren, genauso zügigen Schrittes wieder nach Hause, etwas derangiert im Gemüt und wollte dies schnell beheben.

Eier trennen.

Dazu trennte ich ein paar Eier, gab Zucker, Zimt, Sahne und Vanille dazu und fror das ganze ein. Einige Stunden später zog ich mir das fertige Zimtparfait rein, wovon es keine Fotos gibt, weil man Bewegungen im Hyperschall so schlecht fotografieren kann mit einer Handykamera.

Das Fazit ist jedenfalls, ich sollte mich nicht so aufregen über das närrische Treiben, aber wenn dabei ein Zimtparfait rausspringt, nun, warum nicht?