Vor einem Jahr war alles anders.
Schlimmer und besser. Was besser war? Das Wetter. Vor einem Jahr war wirklich Frühling. Jetzt und hier und heute ist auf keinen Fall Frühling. Gäbe es ein Lackmuspapier, das man in das Wetter tunken würde um an der dann entstehenden Verfärbung anhand einer Farbtabelle den Grad der Enttäuschung abzulesen, würde man bei November oder Februar liegen.

Letztes Jahr war es wärmer. Und blühender. Aber letztes Jahr war ich dafür dem Wahnsinn nahe. Dieses Jahr bin ich das nur bedingt.
Wer möchte schon die Fassung verlieren, nur weil ein Haufen Pubertisten ihre egozentrierten Bahnen durch die Küche und den Kühlschrank ziehen? Ich nicht. Ich bleibe auch die Ruhe selbst, wenn alles wieder weggefressen ist und zwar eine Stunde, nachdem ich einkaufen war. Keinesfalls errege ich mich über eine Vergrößerung der Lebensgemeinschaft durch weibliche Wesen, die offensichtlich keinerlei Ambitionen haben, nach Hause zu gehen. Über Tage. Weil es hier so schön ist.
Auch geschmutzte Badezimmer lassen mich… halt. Nein. Das Badezimmer ist extrem übel. Ich habe das Equipment zur Reinigung einfach mal vor das Badezimmer gestellt. Vor drei Tagen. Und es stand und es stand, dadadadei, dadadadei (sanfte Melodie summend).
Und es siffte, siffte, siffte in einer Tour (Rap. Oder Vicky Leandros.).
Und vor dreißig Minuten sprach Killerdog mit lauter Stimme: „Ich halt das nicht aus!!! Das ist mir echt zu dreckig…“. So hallte es durch den Flur. Er kam die Treppe hinunter, mit flehendem Blick. Ich schaute zurück, grinste diabolisch und zuckte die Achseln.
„Ist mir scheißegal. Ist mir so scheißegal. Erstickt im Dreck. Egal. Scheißegal. Ich bin blind auf dem Auge!“, sagte ich und ließ ihn auf der Treppe stehen.

Vor fünf Minuten brüllte ich hinauf: „Killerdog!!! Deine Musik ist für meine Ohren eine Belästigung! Ich ertrage es nicht!! Mach das leiser!! Sofort!!“
„Ich denke gar nicht dran!!“, blaffte er zurück und kam ein paar Stufen der Treppe hinunter. In seiner Hand ein……….. PUTZLAPPEN?!

„Ich putze das Bad. Das ertrage ich nur mit lauter Musik! Und ich hänge einen Zettel auf. Wehe, irgendeiner sifft ins Bad in den nächsten vier Tagen…!“

Zeichen. Wunder. Osterwunder. Ich kann es kaum glauben. Ich bin erschüttert. Ich bin entrückt. Ich bin verwirrt. Ich kann es kaum glauben. Ich kann es nicht fassen.
Sollte ich doch erfolgreich sein mit der Aufzucht der Blagen, hin zu lebensfähigen Menschen?