Kaum zu glauben, aber doch die Wahrheit.

Ich sitze auf der Couch, auf meinem Soffa, meiner Ruhestätte. Auf meinen Knien ein faltbarer Computer, mit dessen Hilfe ich mir allerhand Unsinn Wichtiges über das Zeitgeschehen anschaue.
Da springt wie ein kleines Teufelchen Killerdog um die Ecke und fängt an, zu krakelen.
Bevor ich beschreibe, wie das Gespräch abläuft, möchte ich darauf hinweisen, dass er siebzehn Jahre alt ist. Siebzehn.

Killerdog: „Mamaaaaaaaa……“
Ich: „Kind.“
Kd.: „Maaaamaaaaa!!!“
Ich: „Ja?!“
Kd.: „Mamamamamamamamaaaaa!“
Ich: „JAHAR!“
Kd.: „Mir ist langweilig, spiel was mit mir!!“
Ich: „HÄ?“
Kd: „Spiel was mit mir! Fußball!“
Ich: „Hast du keine Freunde?“
Kd.: „Nein.“
Ich: „Wohle!“
Kd.: „Schon. Aber mit den anderen hast du viel mehr gespielt, als mit mir!“
Ich: „HÄ?“
Kd.: „Oh ja! Hast du. Mit mir hast du nie gespielt…!“
Ich: „Das ist gelogen.“
Kd.: „Nein, ist es nicht. Los, spiel mit mir.“
Ich: „Nö. Ich lese hier gerade etwas enorm Interessantes. Lass mich bitte in Ruhe und geh` deinem Vater auf den Sack.“
Kd.: „Der will nicht mit mir spielen.“
Ich: „Ich auch nicht.“
Kd.: „Komm schon, los….“

Spricht es und springt um mich rum, stupst mich an, hüpft auf der Couch herum und gebärdet sich, als wäre er nicht ganz bei Trost. Ich werde langsam aggressiv und schlage nach ihm, woraufhin er mir Gewalttätigkeiten unterstellt. Dabei habe ich ihn nicht einmal richtig feste gehauen und nicht richtig gut getroffen.

Ich: „Meine Fresse, jetzt lass`mir meine Ruh`, sonst gibt es hier gleich richtig Ärger.“

Das brülle ich ein bisschen.

Kd.: „Aber Maaaamaaaa, mir ist sooooo langweilig….“
Ich: „Das ist echt nicht mein Problem. Kümmer dich selber drum. Himmelsackzementnocheinmal.“
Kd.: „Aber ich will was mit einem Menschen machen….“
Ich: „Dann wäre doch deine Freundin genau die Richtige. Kannst ja zu ihr rübergehen.“
Kd.: „Die habe ich erst gestern gesehen.“
Ich: „Na und? Heute ist das doch auch möglich, wofür haste die denn sonst?“
Kd.: „Vielleicht hat die eben mal keine Zeit für mich?“
Ich: „……………….“

(Ich will sagen: Dann geh in dein Zimmer und spiel an dir herum, wie siebzehnjährige Jungs das so machen! Aber irgendetwas hält mich davon ab. Möglicherweise der innere Anstand.)

Kd.: „Maaaamaaaaaaa. Komm schon. Fuuuuuußbaaaaalllll. Im Garten…….!!“
Ich: „NEIN. Endgültig und unumstößlich. Geh weg. Hau ab. Verschwinde. Lass mich. Raus hier. Wiedersehen. Guck fernsehen. Spiel Playstation. Computer. Lies was. Egal. Nur lass mich in Ruhe. In RUHE!“

Das hätte ich vor zehn Jahren niemals gesagt. Geh fernsehen gucken? Hau ab? Ich hätte Sorge gehabt um die zarte Seele, den psychischen Schaden, die Pein und Qual des zarten Menschen.
Was ist nur geschehen?
Ich sage mal so. Diese Zeit lag weit vor der Pubertät.
Seitdem ist der Ton deutlich rauer geworden. Auf allen Seiten.

Jetzt kann ich nicht mehr weiter schreiben.
Ich muss die Karten für das Maumauspiel suchen weiter interessante Sachen machen.