Im Moment bin ich ein körperlich verfimmschtes Etwas. Multiweich. Mein Magen halt. Und in meinem Finger ist ein Splitter. Da ist er seit Monaten. „Geh zum Aazt…“, wurde mir empfohlen, schwesterseits. „Eitert raus!“, sprach der Gutfrisierte, der übrigens gerade im Moment einen Nervenzusammenbruch hat, weil ich in seinem Itunes irgendetwas verstellt habe, als ich gnädigerweise seinen Computer benutzen durfte. Herrjeh. „Pfff, Kacke, Scheiße, verdammt!“, nölte er, bis ich im jetzt ganz schnell erklärte, dass er nur oben rechts auf das Dingsda drücken und eine andere Darstellung wählen musste. Meine Güte. Was für ein Ansteller.

Wo bin ich? War ich? Ach ja. Der Splitter. Ich habe es ja schon erwähnt, es war am ersten Mai, dass ich selbst Hand angelegt habe, um ihn zu entfernen. Erfolglos. Doch Aazt?
Ach was, passt alles zum desolaten Zustand.
Im Vordergrund bin ich so müde, dass ich heute über Tag zweimal eingeschlafen bin. Nicht einmal, so am Mittag, nein, gleich zweimal. Einmal am Morgen, quasi eine Stunde nach dem Aufstehen. Und dann am Mittag, als ich eine kurze Lesepause einlegte. Zack, war ich weg.
Und jetzt, am Abend, wird es auch nicht lange dauern. Ich merke schon, wie meine Augen so wuschelig sind.
Und woher kommt das? Bestimmt, weil mein bekloppt gewordener Körper im Hintergrund meint, es ist nicht mehr lange bis zum Ende der Fruchtbarkeit. Panik. Jetzt aber noch einmal in die Vollen!! Weshalb ich dreiwöchige Zyklen habe. Fatal. Da meint irgendein Hormon in Torschlusspanik noch ganze Bataillone von Eizellen losjagen zu müssen.
Gleichbedeutend mit obacht!!! Jetzt nicht schwanger werden. Aber wovon auch? Von nix kommt nix.
Von dieser hormonellen Eskalation kommt möglicherweise auch meine Anspannung.
Normalerweise bin ich als die Geduldige bekannt. Engelsgeduldig. Ich kann noch, wenn andere schon längst aus dem fahrenden Zug gehüppt sind. Normalerweise. Heute jedoch war es mit meiner Geduld nicht weit her. Ich habe so ziemlich jeden Hausbewohner für irgendetwas angegiftet. Und bin auch jetzt noch der Meinung, sie haben es alle verdient.
Ich mache für niemanden die Hausaufgaben. Echt. Und wenn ich dann kontrollieren, korrigieren, verbessern soll, aber etwas vorgelegt bekomme, das von einem einhändigen Marsbewohner auf der Flucht vor allesfressenden Nacktschnecken angefertigt sein könnte, werde ich ungehalten.
Und als ich sagte, ich würde das mit einer hübschen und gemütlichen fünf minus bewerten, wenn ich Lehrerin wäre, und ich kenne mich damit aus, früher musste ich meiner Mutter immer die Arbeiten nochmal korrekturlesen und Notenvorschläge machen, damit sie sich sicher war mit ihrer Notenvergabe für die kleinen Horstis (meine Lieblingsaufsatz: Das Eichhorn. Der größte Feind des Eichhorns sind Kinder, die in den Wipfeln der Bäume spielen.), da war doch jemand beleidigt. Er hätte sich Mühe gegeben.
???
Dann möchte ich nicht wissen, was rausgekommen wäre, ohne Mühe.

Oder auch in den Keller gehen um Schmirgelpapier zu holen. Ich wollte nichts schmirgeln. Aber die Spinnenphobikerin, die wollte. Und ich habe mich geweigert, das zu übernehmen.
Bis sie geheult hat.
Ich habe sie heulen lassen. Und hätte ihr am Liebsten noch dazu eine Spinne auf den Kopf gesetzt.

Und dann kocht das in mir. Kleine Blubberblasen, hochrot und heiß. Sehr heiß. Sie kommen in meinen Kopf hinein und verhindern Geduld.

Und jetzt lege ich mich sofort in mein Bett. Schluss. Sonst schlafe ich beim Schreiben ein.
Wirres Geschreibe? Ich? Höre ich da ein Meckern? Eine kritische Anmerkung? Ich gebe allen die dringende Empfehlung, nicht meine Verwirrtheit zu erwähnen. Ich merke schon, wie es wieder kribbelt….