Was knuspert da? Ich höre es doch. Es knabbert und knurbselt. Eine Ratte? Eine Termite? Ein Hamster? Nein. Mitnichten. Es ist der verfluchte Zahn der Zeit.
Ich kann es nicht fassen. Ich bin älter als Dwayne „The Rock“ Johnson. Ich bin älter als Drew Barrymore, älter als Claudia Schiffer, älter als Jennifer Lopez.
Aber ich bin nicht älter als Captain James T. Kirk.
Der echte Kirk, nicht dieses kleine Bürschlein. Älter als der zu sein ist keine Kunst.

Also, der Zahn der Zeit nagt.
Ich habe dummerweise wieder einmal meinen verfluchten Finger nicht im Griff gehabt und diese albernen Seiten mit Meldungen für den Arsch angeklickt.
Und wo bin ich nur hingekommen, dass ich mir über die Meldungen für den Arsch jetzt schon eine Midlife-Krise ziehe? Bin ich halt älter. Meine Güte, es gibt Schlimmeres. Bei weitem. Wenn ich mich mitunter noch so fühle, wie ich mich mit Mitte zwanzig gefühlt habe, braucht es nur einen Blick in den Spiegel, schon rückt sich das zurecht. Oder einen Blick an mir herunter Richtung Fuß. Der ist nicht mehr so schlank, wie er einmal war und im zwischenkörperlichen Bereich quillt mir eine Rolle entgegen. Und meine Beckenknochen sind verschwunden. Früher, da stakten sie hervor und der Bauch dazwischen sank flach hinweg. Heute eher Beulenlandschaft. Mit Haaren. Noch so eine Sache, das mit den Haaren. Ein Tabuthema. Welche Frau sagt schon gern, dass sie sich drahtiges, schwarzes Haar aus dem Kinn und unter der Nase herausrupft? Keine. Und es lässt sich auch keine Frau dabei zuschauen. Manchmal, wenn ich den Gutfrisierten quälen möchte, ihm vor Augen führen möchte, wo unsere Ehe hingeraten ist, nämlich in die Sackgasse zwischen „Hier ist nichts mehr peinlich“ und „Ich will dich nie mehr nackisch sehen“, dann rupfe ich mir in seinem Beisein ein paar Haare raus. Und dabei zetere und fluche ich, dass ich vermutlich bald aussehen werde wie ein Waldzausel.
Er verlässt mich aber trotzdem nicht.
Eh wurscht.
Glyzinie und Efeu, sage ich. Kürzlich saß ich nämlich im Garten und eine frisch getrennte und ausgezogene Freundin, deren Mann fatale Ähnlichkeiten mit dem hier aufweist, fragte mich nach meinem Trennungsbedürfnis.
Ich ließ den Blick schweifen und der hing dann im Zaun. Da, wo sich Glyzinie und Efeu in einem Knäuel zusammen verwuchert haben.
Das kriegt man nicht auseinander. Vollkommen miteinander verwachsen. Wenn man knapp über der Wurzel kappt, dann vielleicht. Aber dann ist vermutlich alles tot.

Das kommt davon, wenn man sich schon mit zarten achtzehn Jahren verbandelt. Und, von einigen Pausen abgesehen, verbandelt bleibt. Dann agglutiniert man, verklumpt miteinander und das ist manchmal eben nicht hübsch anzusehen.
Eh wurscht.

Und jetzt kommen wir zu etwas völlig anderem:
Blühende Blumen.
Blauer Himmel.
Harmonie.
Sanftheit.
Liebe.
Glückseligkeit.
Marshmallows.
Weisheit.
Erfüllung.

Noch einen Lifestyletip zum Schluss:
Vorsichtig sein mit Nagellack. Letzten Sommer hatte ich einen, der hat meine Zehnägel ruiniert. Als der Lack ab war, splitterten sie, blätterten sie, schilferten sich ab, waren hässlich verfärbt. Und haben sich bis heute nicht ganz erholt.
Richtig gut wäre, ich wüsste noch, welcher Scheißnagellack das war. Aber damit kann ich nicht dienen.

Wozu das jetzt gut sein sollte?
Nun, ich möchte nicht in die Geschichte der Blogger eingehen als die olle Alte, die Nörgelinge, die haarige, schrullige Tusnelda, die ihre Kinder angewidert ansieht und den Mann vernichten veräußern möchte.
Nein. Ich möchte hier auch einmal andere Sachen verbreiten. Oh ja.
Huschel und Wuschel.