Heute möchte ich dringend abraten.
Von einem Film. Ich habe ihn in der Bücherei ausgeliehen und weiß auch nicht, was mich geritten hat, als ich ihn in meinen Ausleihkorb legte.
Schon der Titel und die Inhaltsangabe hätten, wäre ich im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte gewesen, mich davon abhalten müssen.
Aber irgendwie war ich abwesend. Oder blöd. Oder gedankenlos.
Was auch immer der Grund war, weshalb ich ihn mitnahm und gestern Abend anschaute, es muss etwas mit Verwirrung zu tun gehabt haben.

So saß ich also mit dem Wolkenköpfchen, das immer noch im Ferienrausch schwelgt, auf dem Sofa. Wir hatten uns einen tragbaren Computer genommen, den Film eingeschoben und laufen lassen, während die Herren den Leverkusenern beim Balltreten zuschauten.
Nach fünf Minuten fragte das Wolkenköpfchen nach schnellem Vorlauf. Nach sieben Minuten ließ ich mich überzeugen. So kam es dazu, dass wir den Film im Verhältnis noch relativ schnell abhandelten. All die Predigerei und heiliges Kirchenlalla ließen wir mit achtfacher Geschwindigkeit an unser vorbeirauschen.

„Den Himmel gibt`s echt“

Nicht gucken, nicht gucken, nicht gucken. Niemals gucken, auch nicht, wenn es der letzte Film auf Erden ist. Man verblödet beim Zuschauen. Und langweilt sich in Grund und Boden.
Ein Rolltorbauer, Feuerwehrmann und Prediger in Personalunion verliert seinen Sohn fast durch einen Blinddarmdurchbruch (ja, das erinnerte mich an irgendwas), nachdem er kurz vorher sein Bein gebrochen hatte und anschließend Nierensteine unter lautem Geschrei rauspinkelte.
Dieser Sohn, genesen nach vielen Gebeten der Gemeinde, erklärte seinem Vater, dem Rolltorbauerfeuerwehrmannprediger, er wäre bei Jesus im Himmel gewesen und hätte da den Opi und die Fehlgeburtsschwester getroffen.
Jetzt guckt nicht so entgeistert. So ging der Film eben. Ich habe mir das nicht ausgedacht. Da fehlt mir die Phantasie für.
Erst glauben alle nicht dran, aber dann doch irgendwie.

Greg Kinnear, der so bezaubernd den Vater in „Little Miss Sunshine“ spielte, gab den Rolltorbauerfeuerwehrmannprediger mit Finanzproblemen.
Und weil er ein so liebenswert lustiger Vater in „Little Miss Sunshine“ war, hatte ich daraus geschlossen, es würde schon gut gehen, wenn er mitspielt. Fehleinschätzung.
Außer dumm rumzugucken, zu zweifeln und Nierensteine auszupinkeln, war er zu nichts zu gebrauchen.

Das ganze kommt aus irgendeinem Bibelgürtel in Amerika und ist die Verfilmung einer wahren Geschichte.

Wie auch immer, schaut Euch das nicht an. Bitte.
Erspart es Euren Köpfen, mit solchem Schrott belästigt zu werden.
Seid so gut.

Ich kann auch erst wieder richtig schreiben, wenn ich den Film verdaut habe. Der muss irgendwie raus. Nur wo? Und wie?