In diesem Augenblick steht mir der Sinn nach einer Tirade.
Das ist ja manchmal so. Es kommen einem verschiedene Dinge in die Quere und man ereifert sich, wird von Moment zu Moment ungehaltener und möchte in letzter Konsequenz irgendwem die Faust im Gesicht versenken.
Zum Beispiel der Bahn, wenn sie sich personifizieren würde. Nicht einem Mitarbeiter der Bahn, nein. Die sind am Telefon recht freundlich. Zu mir zumindest, wobei sie sich bei jugendlichen Burschen am Service-Point nicht ganz so viel Mühe geben. Im Gegenteil, jugendliche Burschen werden gern angemeiert von unausgeglichenen Mitarbeitern, die ihrerseits sicher schon den ganzen Tag ertragen mussten, von erwachsenen Bahnkunden angemeiert zu werden. Irgendwo muss der Frust eben hin.
Dafür habe ich durchaus Verständnis, auch wenn ich es nicht schön finde, wenn es ausgerechnet Killerdog trifft, der von einem Experten in Sachen Service zusammengestaucht wird.
Aber das nur am Rande.
Auch die Fahrkarten-Kontrollöse, die um dreiundzwanzig Uhr einen nicht Deutsch sprechenden jungen Flüchtling aus dem Regionalzug wirft und sich dabei nicht mit Ruhm oder Fremdsprachenkenntnissen wie zum Beispiel Englisch oder Hochdeutsch bekleckert und jugendlichen Burschen, die in ebenjener Bahn sitzen und ihr Verhalten kritisieren, ebenfalls mit Rauswurf droht, sei hier nur kurz erwähnt.
Sie hatte sicher auch einen richtigen Scheißtag.

Was mich aber gerade auf die Palme bringt, das ist die Tatsache, dass Wolkenköpfchen bei der Bahn jetzt eine Erwachsene ist. Dieser kleine Zwerg. An einem Tag noch Kind, jetzt eben Erwachsen. Und das kostet richtig viel Geld.
Konnte sie vorher noch mit knapp zwanzig Euro nach Hause kommen, braucht es jetzt locker das doppelte. Mit einundvierzig Euro und fünfundzwanzig Cent sind wir dabei.
Bei Einberechnung einer Jugendbahncard fünfundzwanzig.
Fuchs bin ich, dachte ich und schaute, was mit einer Bahncard fünfzig passiert. Lustigerweise ist es damit dreimal so teuer und man ist bei fünfundsechzig Euro, die aber dann in der ersten Klasse, wo man gar nicht hin möchte.
So habe ich geschwind die Hotline angerufen und gefragt, was das soll. Nun, die Bahncard fünfzig heißt schon mal gar nicht, das alles fünfzig billiger ist. Oh nein. Und dann war da eine Sparaktion und dann gab es eine Trullalaaktion und was weiß denn ich und überhaupt ist alles richtig und rechtens.

Aber wenn ich vier Wochen vorher buche, dann sind es doch eh nur neundzwanzig Euro.
Meine Güte.
Oder wenn ich behaupte, sie sei ein Kind und auf die Bahncard geschissen, weil da das Geburtsdatum drin steht.
Wenn jetzt jemand denkt: Was schreibt die Alte da?, dann möchte ich sagen, keine Ahnung. Denn ich habe nicht verstanden, warum sich der Preis für immer die gleiche Strecke an immer dem gleichen Tag für immer das selbe Kind auf diese Art und Weise verdrehen und verbiegen und verändern kann.
Wegen des Kontingents, hat die Dame in der heißen Linie gesagt. Wegen des Kontingents.
Ich sage das denen im Supermarkt meines Vertrauens demnächst auch:
Heeee, Supermarktmitarbeiter, nur noch drei Liter Milch da!! Macht die mal schnell dreimal so teuer wie sonst. Kontingent ist fast erschöpft. Wer jetzt noch Milch will, soll gefälligst ordentlich dafür latzen!
Und wo gerade einhundert Pakete Klopapier auf Lager sind, könnt ihr das doch ein bisschen billiger machen, dann kaufe ich auch fünf davon. Denn bei Klopapier bin ich immer besorgt, es könnte leer werden. Auslaufen. Da ist gute Vorratshaltung gefragt. Denn bei soviel Scheiß, den man sich anhören muss, gerade und auch von der Bahn, da braucht es Flausch und Weichigkeit, um es zu ertragen und damit man es sich am Arsch vorbeigehen lassen kann.

So. Genug tiradiert.
Jetzt zu den schönen Dingen des Lebens.

Leuchtend