Was soll man dazu sagen, wenn ein siebzehnjähriger Lackel durch das Haus geht, dabei Luft schluckt, die Hände trichterförmig vor den Mund legt und diverse Gegenstände anrülpst, um die Resonanz zu testen?!

An der Zimmertür erklingt ein durchdringendes Börbs, an dem Glaseinsatz der Schlafzimmertür ist ein leichtes Klingen zu vernehmen. Die Wand dämpft den Rülpser und der Küchenschrank verstärkt ihn. Das größte Erlebnis war der Klangkörper des Klaviers, welcher gleich fünfmal berülpst wurde.

Alleweile sitzt die Mutter des jungen Mannes auf dem Sofa, schaut dem Treiben verwundert zu und befindet das nicht enden wollende Aufstoßen für relativ unappetitlich. Der freundlich angesprochene Hinweis, dass manche Menschen durch solch ein Verhalten möglicherweise pikiert oder oeinlich berührt sein könnten, sorgte für einen hysterischen Heiterkeitsausbruch auf Seiten des Rülpsmonsters.

Wie alt müssen sie werden, bis diese Rülpserei und Furzerei ein Ende findet? Und wann verliert die Fähigkeit, künstliche Rülpser im Sekundentakt zu produzieren, ihre Faszination?
Niemals? Ich weiß nicht. Also, man kann vom Gutfrisierten halten, was man möchte, und das nächtliche Schnarchen ist wahrlich kein Ponyhofurlaub, aber die Sache mit der geräuschvoll abgehenden Luft, die hat er ausgesprochen gut im Griff. Von dem haben die Jungs das nicht. Oder?
Wer weiß schon, was er gemacht hat, in der Zeit vor mir. Es kann ja sein, dass er mit zwanzig, also kurz bevor wir uns lieben lernten, damals, vor neunundzwanzig Jahren, auch noch gerülpst hat, wie so eine olle Pottsau.

Was weiß man schon über die Menschen…