Und wenn ich es mir so richtig geben will, dann gehe ich auf das hier.

Herrjeh.
Ganz ehrlich, als ich das im Radio hörte, bin ich fast vom Fahrersitz geflossen. Wie im Zeichentrick, mit kleinen Wasserfontänen aus meinen Augenwinkeln. Dabei habe ich nur die Hälfte des Textes verstanden.
Und um mich zu quälen, habe ich in der Playlist nachgesehen, was das für ein schlimm trauriges Lied ist. Und dabei bin ich auch noch über diesen Weihnachtswerbespot gestolpert, natürlich. In dem der Großvater seinen Tod inszinierte, damit alle zur Weihnacht nach Hause kommen. Und welche Freude, dass er doch nicht tot war.
Da kann man schon im Normalfall drüber heulen.
Und ich? Bin nicht im Normalfall. Darum rege ich mich auf. Und boykottiere ab sofort diesen Supermarkt. Weil er mich zum Heulen bringt. Zumal ich in Supermärkten, vor allem aber in Gemüseabteilungen die Tendenz habe, die Fassung zu verlieren und in Tränen auszubrechen im Angesicht der Banalität von Fenchel und Rosenkohl.

Und als würde das nicht reichen, gehe ich ins Schlafzimmer um meinen Schlafanzug und Unterwäsche zu holen und dann duschen zu gehen. Dabei fällt mein Blick auf den Fernseher, der läuft, während der gutfrisierte Mann mit Kopfhörern auf dem Bett sitzt, auf seinen Computer starrt und gar nicht sieht, was läuft. Ich aber werde hypnotisch gefesselt an das Geschehen auf dem Bildschirm. Denn David Bowie ist tot und hinterlässt, was mir das Blut in den Adern gefrieren lässt.
Das hat mir gerade noch gefehlt.

Ich bin so ungedämmt. Alles läuft über. Und direkt hinein. Das Unnormale wird normal, nur um mir Sekunden später um die Ohren zu fliegen und mir den letzten Rest an Luft aus der Lunge zu pressen.
Ich kann weinen, bis ich würgen muss. Wie früher, als ich ein kleines Mädchen war. Ein schüttelndes Schluchzen, ganz tief im Hals, das den ganzen Körper auf links dreht und alles herausschleudert, was an Elend eingefallen ist.
Ich bin tapfer. Ich nehme das Unnormale, verpasse ihm das Kostüm der Normalität. Es ist das Normalste von der Welt. Ich sorge für ein Lachen, für Leichtigkeit, lasse andere kurz aufsteigen. Bevor wir zusammen wieder landen oder stürzen.