Auf Grund meines überbordenden Erfahrungsschatzes im Bereich der komplizierten Beziehung sehe ich mich in der Lage, anderen mit meinem Wissen beizustehen und zu helfen. Immer wieder komme ich in Situationen, in welchen ich um Rat gefragt werde.
„Frau Lavendula, mein Mann lässt immer seine Socken neben dem Bett liegen. Was soll ich nur tun?“
Eine Frage von vielen, mit denen ich regelmäßig konfrontiert werde. Darum werde ich an dieser Stelle als Beziehungsberatung tätig. Dafür habe ich diese neue Kategorie eingerichtet und werde auf alle an mich herangetragene Fragen adäquate und gut durchdachte Antworten geben.

Hier kommt auch schon die erste Fragestellerin. Frau M. aus K., vierundvierzig, Ehefrau von P., fünfundvierzig, Mutter von zwei Söhnen, fünfzehn und siebzehn, stellt folgende Frage:

„Was ist nur in der Kloschüssel passiert?“
Nun, liebe Frau M., ich vermute, diese Frage hat zwei Dimensionen. In der ersten Dimension geht es darum, dass die Erziehung zum Sitzpinkler gescheitert ist und sich darum im hinteren Schüsselrandbereich stets unschöne Hinterlassenschaften finden. Als Abhilfe empfehle ich, den Herren des Hauses still und leise zur Toilette zu folgen. Lässt sich dann durch die geschlossene Tür das laute Plätschern des Stehendurinierens hören, hämmern Sie sofort wie eine Irre an die selbige und brüllen von ganz unten: SETZ DICH! Gern auch in Kombination mit einer unflätigen Beschimpfung. Nach dem vierten oder fünften Mal könnte es sein, dass Sie einen neuen Sitzpinkler Ihr Eigen nennen dürfen. Bis dahin kommt es allerdings zu einem erhöhten Verschmutzungsaufkommen durch ängstliches Zusammenzucken während des Vorgangs des Wasserlassens.
Die andere Dimension befasst sich mit den Hinterlassenschaften, die einem den Mageninhalt hinter das Auge schieben. Seien wir ehrlich, mitunter sieht eine Toilette, die Mann nicht selbst reinigen muss, so aus als wäre darin ein Haufen explodiert.
Hier hilft nur eins. Warten, bis Besuch da ist und es dann in aller Öffentlichkeit gezielt ansprechen.
„Wer hat seine Kacke wieder nicht weggeschrubbt?“ ist eine Frage, die gern in großer Runde mit einer gewissen Lautstärke erörtert werden kann.
Schon nach zwei öffentlichen Diskussionsrunden lässt sich eine erhebliche Besserung bemerken.
Ich hoffe, Ihnen mit meinem Rat geholfen zu haben.
Und bei der nächsten Anfrage, bei der irgendjemand eine irgendwie geartete Gefälligkeit von Ihnen erwiesen bekommen möchte, weisen Sie darauf hin, dass Sie solche nur dann gewähren, wenn Sie innerhalb der nächsten fünfunddreißig Minuten einen streifenfrei gereinigten Badezimmerbereich vorfinden.
(In Fällen von ausgeprägten Resistenzen gegen die genannten Maßnahmen würde ich allerdings zu der letzten Methode greifen. Badezimmer abschließen. Schlüssel in der eigenen Hosentasche verwahren. Zum Scheißen in den Wald schicken.)

Und da ist ist auch schon die zweite Frage.

Frau K. aus R., neununddreißg, verheiratet mit P., zweiundvierzig, keine Kinder.

„Mein Mann versteht mich nicht. Was soll ich nur tun?“
Liebe Frau K. aus R., das ist ein nicht zu überwindendes Hindernis. Entweder Sie nehmen es als gegeben hin oder Sie werfen das Handtuch. Tun können Sie nichts. Selbst wenn Sie einen Kurs besuchen: Wie bringe ich meinem Mann bei, mich zu verstehen? Verständnis leicht gemacht für jeden Mann!
wird es sich nicht ändern.
Er wird Ihnen zu allen passenden und unpassenden Gelegenheiten deutlich zeigen, wie wenig er versteht. Sie können sich vor ihm zu Boden werfen und schreien, bitterliche Tränen vergießen, Kopfstand machen und mit den Ohren wackeln, Sie können seine Chakren auspendeln und sogar allein eine Paartherapie machen. Nichts davon wird helfen. Also entweder Sie nehmens wie eine ganze Frau, wie eigentlich die meisten Frauen, sind milde gestimmt und bringen ihn nicht um. Oder Sie bringen ihn um.

Die letzte Frage für heute kommt von Frau J. aus P., siebenundvierzig, Ehefrau von G., neunundvierzig, drei Kinder, vierzehn (Junge), sechzehn (Mädchen) und neunzehn (Junge).

„Bin ich es selbst Schuld, dass ich immer alles selbst und allein machen muss? Und wie bekomme ich meinen Mann dazu, sich mehr zu beteiligen, auch emotional?“
Ja. Natürlich. Ihnen muss doch  klar sein, liebe Frau J. aus P., dass sie alles Schuld sind. Gegebenenfalls könnten Sie auch Ihre Tochter mit zur Verantwortung ziehen. Das hat einen ganz einfachen Grund. Jeder Mann, und wenn ich jeder sage, dann meine ich auch jeder, absolut jeder Mann hat vorne zwischen seinen Beinen ein Gerät. Man nennt es in der Fachsprache auch Penis. Dieser Penis ist ein sogenannter Schuldfresser. Wenn ein Mann etwas verschuldet, kommt sofort sein Penis und frisst diese mit Stumpf und Stiel. Es bleibt kein Krümel Schuld übrig. Sie sind nicht im Besitz eines solchen und darum bleibt die Schuld an Ihnen kleben wie ein Kaugummi am Schuh. Von daher, ja, sind Sie es selbst Schuld.
Solange Ihr Mann einen Penis hat, hat er keine Schuld. Und weil er nichts Schuld ist, muss er sich auch an nichts beteiligen. Emotional schon mal gar nicht.
Wenn Sie emotionale Beteiligung haben möchten, dann rate ich Ihnen, gehen Sie in den Wald, setzen Sie sich auf einen Ameisenhaufen und genießen Sie die kribbeligen Gefühle, die entstehen, einfach einmal allein.

Sollten Sie Fragen haben, die einer dringenden Beantwortung bedürfen, haben Sie keine Hemmungen, schreiben Sie mir einfach. Ich beantworte alles.

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