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Lasst uns doch einfach mal die weibliche Sexualität verringern, denkt er sich, der Mufti von Dagestan. Und bekommt weniger als fünfzig Worte in der Tageszeitung.
Zwar hat er damit nahezu die Hälfte der Weltbevölkerung bedroht, aber was soll es denn. Da braucht es nicht viele Worte.

Die Beschneidung der Frau, treffender als Genitalverstümmelung bezeichnet, ist ein Verbrechen an Frauen. Und der Mufti legt seine Ansicht über Frauen mit seiner Forderung dar. Die Verringerung der weiblichen Sexualität ist sein Ziel.
Da stellt sich mir die Frage, warum er sexuell verringerte Frauen haben möchte.
Ist eine Frau, die durch unversehrte Genitalien beim Sex Spaß haben kann, als Bedrohung anzusehen? Soll beim Sex nur einer Spaß haben?
Oder hat jemand, der solch eine absurde Forderung stellt, mehr Spaß am Sex, wenn er dabei jemanden quälen kann, weil dem Sexualpartner, in diesem Fall der Frau, der Geschlechtsakt Schmerz und Retraumatisierung bereitet?

Ich glaube, ich kenne keinen einzigen Mann, der darauf steht, wenn sich die weibliche Sexualität verringert. Bei Abenden im Kreise trauter Freundinnen ist eher vom Gegenteil zu hören, dass Männer sich eine deutliche Erhöhung der Sexualität wünschen. Aber was ein Mann mit einer Vorliebe für genitalverstümmelte Frauen ist, dem ist ja auch sicher das eigene sexuelle Bedürfnis der Frau egal, darüber setzt er sich hinweg. Und wenn es Schmerz bereitet, keinen Spaß macht, eine Qual ist, dann ist das eben so. Für die Frau. Dem Mufti ist das egal. Seinen Spaß hat er ja. Vermutlich.

Wenn sich nun eine Frau hinstellen würde, eine Rechtsgelehrte und fordern würde, allen Männern solle der Penis entfernt werden, was würde ein Großteil der Männer für ein Reaktionsspektrum zeigen? Und welche Resonanz würde es hervorrufen?
Man kann Vermutungen anstellen.

Ich bin jedenfalls immer wieder erstaunt, was es für Blüten treibt, dieses
„Lasst-uns-Frauen-das-Leben-versauen“-Ding.
Und wie klein die Berichterstattung dazu sein kann.

(Alle Beschimpfungen und Zornesausbrüche habe ich mit mir ausgemacht)