Als geplagte langjährige Mutter habe ich nun schon einiges an Kindergeburtstagen durchexerziert. Schnitzeljagden, blinde Kühe, geschlagene Töpfe, das ganze, elende Kindergeburtstagsprogramm. Es gab kein Motto, es gab nur für das Geburtstagskind Geschenke, die Besucher hatten gefälligst Geschenke mitzubringen und nicht zu erwarten und die besten Partys waren die von vorne bis hinten improvisierten.

Es gab durchaus ganz generelle Unterschiede zwischen den Jungs-Partys und den Mädchen-Partys. Bei den Jungs waren meist Jungs anwesend, bei den Mädchen waren es meist Mädchen.
Die Jungs rauften und schubsten, die Mädchen steckten zwecks Läuseaustausch die Köpfe zusammen und kicherten.
Die Spiele waren die gleichen, aber es war nicht das selbe.

Bleiben wir doch bei den Jungs-Partys.
Dort fand, und findet man noch, bestimmte Jungs-Typen. Da gibt es den Schüchternen, den kleinen Burschen, der sich nie vordrängelt, wartet, bis er an der Reihe ist, der recht höflich Danke sagt, wenn man ihm eine Flasche Limonade reicht und der sich ein Loch in den Bauch freut, wenn er bei einem Spiel einen Luftballon gewinnt.
Dann gibt es den Kerl, der immer mittenmang ist, aber nicht sehr auffällt. Er läuft mit, gröhlt mit, rauft mit, wie gesagt, ist mittendrin statt nur dabei. Wenn es zu wild wird, reicht ein gestrenger Blick und er fährt ein bis zwei Gänge runter. Er ist zwar ein mitunter rauer Geselle aber charmant und weiß, wo seine Grenze liegt.
Und es gibt das Arschloch. Er schreit am Lautesten, will alles immer zuerst, grabscht alles an, kennt keine Grenzen, und plärrt und zetert, wenn er zurecht gewiesen wird.
Die Arschlochjungs gab es bei den hiesigen Partys nicht so oft, aber zwischendurch ließ sich der ein oder andere blicken. So ein Arschloch kann die komplette Party sprengen.
Wenn es von der Leine gelassen wird, dann ist das Arschlochkind in der Lage, allen die Sause zu versauen. Es lässt keinem anderen Raum zur Entfaltung, will alles bestimmen, beherrschen und haben. Meistens ist ein zufriedener Gesichtsausdruck zu sehen, wenn das Arschloch jemanden zum Weinen gebracht hat.

Was macht nun eine erfahrene Mutter mit einem Arschlochkind?
Nun, natürlich kann sie versuchen zu intervenieren. Dem Arschloch zu erklären, dass die anderen Kinder eben auch Menschen sind und dass sie Gefühle haben, die man nicht mit Füßen tritt, weder im übertragenen Sinne noch in physischem.
Die Mutter kann es freundlich versuchen, sie kann unfreundlich werden, sie kann das Arschloch am Kragen packen, durchschütteln und schimpfen.
Allein, es wird nichts helfen. Das Arschloch ist ein Arschloch, ist ein Arschloch.
Die beste Strategie ist, dieses Mistblag zu ignorieren.
Es sagt etwas? Weghören. Es macht etwas? Ignorieren. Es will etwas? Ja und?
Für die Dauer der Party eine Hornhaut entwickeln, aufpassen, dass das Arschloch niemanden umbringt und später den anderen Partygästen erklären, dass man ein Arschloch besser beim nächsten Mal nicht wieder einlädt.
Dabei als Mantra vor sich hinmurmeln:

Auch diese Party geht vorüber, auch diese Party geht vorüber, auch diese Party geht vorüber.
Und ehe man es sich versieht, sind vier Jahre Stunden vorüber und das Arschlochkind muss zurück nach Hause.

Eigentlich würde man dem Arschlochkind einen Gefallen tun, und allen anderen auch, wenn man es von Anfang an ignoriert, es also gar nicht erst einlädt.
Eine weitere wichtige Information ist, je mehr Aufmerksamkeit das Arschloch bekommt, desto schlimmer treibt es sein Unwesen. Wenn man es beachtet, ihm Zeit schenkt, sich mit ihm befasst, dann wächst das Arschloch in ungeahnte Größe und versucht, die Welt Party zu beherrschen.
Darum: Ignorieren. Ignorieren. Ignorieren. Am Besten schon vor der Party, wenn es erst einmal da ist aber auf jeden Fall während der Party.

Liebes Amerika, liebe Journalisten Es ist, wie es immer ist, in der Präsidentenwahl Kindererziehung. Ein bisschen schmerzhaft.
Nur, das sagt einem ja vorher keiner.

(Der kleine Donald möchte aus dem Präsidentenparadies abgeholt werden…)