Alter Schwede, das war heute ein Novembertag, der war wirklich eine Zierde seiner Art. Eine wahre Pracht.

Den ganzen Tag musste ich das Licht anlassen und es nieselte draußen lustig vor sich hin. Grau in allen möglichen Variationen, von hell bis dunkel, dazu sterbende Blätter an den Bäumen.
Ich fühlte mich wie in einem Edgar-Wallace-Film.
Gut, das Haus ist definitiv zu klein für eine ordentliche, englische Krimiszene.
Keine Eingangshalle, kein Esszimmer mit zwanzig Stühlen und keine vierzehn buckligen Verwandten, die ans Geld wollen.
Aber dafür Killerdog, der an seinen guten Tagen auch mal den Klaus Kinski gibt und ein Feuer im Kamin.

Dieser November kommt recht anstrengend daher.
Natürlich. Ich weiß es. Trauer arbeitet sich nicht im Vorbeigehen ab. Ein gutes halbes Jahr ist nichts, wenn man immerhin siebenundvierzig Jahre miteinander durch das Leben trudelte.
Wenn ich jetzt durch den Wald gehe und den trüben und tristen Verfall betrachte, dann haut es mir eben die Gefühle wie Knüppel zwischen die emotionalen Speichen.
Wie oft ich mich in den letzten Tagen an einen Baum gelehnt habe, weil ich das Gefühl hatte, nicht mehr weiter gehen zu können, habe ich nicht gezählt. Aber die Bäume reden schon über mich.
Wer weiß, was sie denken, wenn sich die Frau in Gummistiefeln, mit ungewaschenen Haaren, aber immerhin einer Mütze drüber und im Schlafanzugoberteil um elf Uhr vormittags und ohne geputzte Zähne an ihre Rinde presst und dabei mehr Wasser aus den Augen lässt als von oben auf sie herunterrieselt.
Im November.
Kann sein, Bäume finden November auch eher anstrengend.