Der Hund, bester Freund des Menschen.
Immer wieder rettet der Hund Leben. Lassie war ja ein Paradebeispiel in Sachen Menschenleben retten. Und verstehen tut der Vierbeiner alles. Er spürt, wenn das Herrchen oder Frauchen unglücklich ist, setzt sich vor ihn oder sie und schaut interessiert, hört sich das Elend an und gibt mit seinem Schweigen aber doch aktivem Zuhören die besten Ratschläge.

Oder?
ODER?
Oder etwa nicht?

Also wenn mein Hund exemplarisch für seine Kollegen steht, möchte ich sagen, nein. Etwa nicht.
Ich kann im Wald der Länge nach auf die Fresse fallen stolpern und stürzen, der Hund geht unbeeindruckt weiter seine Runde und reagiert erst auf lautes Pfeifen mit einer trödeligen Rückkehr, sehr verhalten und nicht, ohne hier und da noch ein wenig das Revier zu kennzeichnen. Sollte ich sagen: Geh heim, hol Hilfe, schaut er mich an, nickt, legt sich daneben und wartet auf die Sommersonnenwende.
Sollte mich ein unbekannter Übeltäter angreifen, muss er nur ein winziges bisschen Leberwurst am Finger kleben haben, vielleicht von seinem Übeltäterfrühstück (böse Taten brauchen sorgfältige Vorbereitung). Dann wird der Hund mitnichten auf das Kommando „FASS“ hören, auf keinen Fall wird er den Übeltäter angreifen und beißen. Nein, der Hund wird zärtlich die Übeltäterfinger lutschen, denn es schmeckt nach Leberwurst, LEBERWURST, heee, wer kann da schon Nein sagen?
Und wenn ich todtraurig im Wohnzimmer herumliege, mich das Weinen schüttelt, dass ich fast brechen muss, alle Trauer des Tages komprimiert aus mir herausbricht, gnadenlos und Grundfeste erschütternd, dann muss ich, wenn ich an dieser Stelle eine Sympathiebekundung des Hundes haben will, meinen Körper mit Leberwurst bestreichen. Oder mich wahlweise in Räucherlachs einwickeln.
Dann würde das Hundchen sofort zu mir kommen und mir tröstlich hier und da etwas ablecken.
Aber ohne diese Tricks kann ich heulen und mich wälzen, der Hund liegt ungerührt in seinem Korb und pennt.

Das Fazit zu diesem Hund lautet also: Ein echtes, tiefempfundenes Freundschaftsgefühl hat er nur zu denen, die seinen Verdauungstrakt passieren können, als da wären: Leberwurst, Räucherlachs, Knabberstangen, Käsewürfel und andere Gimmicks. Dafür wird gepurzelbaumt, dafür stellt sich Hund auf die Hinterbeinchen, macht Sitz, Platz, Rolle, wartet, läuft, springt und freut sich.
Und es ist ihm wirklich scheißegal, wer ihm die Schnuckeleien kredenzt.

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(Der fusselige Hund interessiert sich mal gar nicht für die Hand)

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(Derselbe fusselige Hund, dieselbe Patschehand, einziger Unterschied: Ein Krümel Leberwurst)

Ich bin so unglaublich ersetzbar. Die Leberwurst (best friends for ever) nicht.