Es ist mitten in der Nacht und ich hock immer noch hier rum, statt im Bett zu liegen und zu schlafen.
Aus dem Schlafzimmer tönen die üblichen Geräusche und allein das reicht schon, mich weiter im Wohnzimmer festzutackern.
Außerdem sind im Ofen noch die Dinger. Die Dinger des Dingens.
Gut, dann werde ich konkret.

Die verschissenen Baisers. Ich hasse sie. Ich hasse, hasse, hasse sie. Ich verbrauchte heute Unmengen an Eigelben für allerlei Süßspeisen. Und übrig blieb das Eiweiß. Und ich liebe Baiser. Und die Kinder lieben Baiser. Und darum dachte ich, machst du Baiser, weil ich das auch schon häufiger gemacht habe, in meinem Leben.
Leider hatte ich vergessen, dass Baisers eine vertrackte Angewohnheit haben. Erstens brauchen sie viel Zeit und zweitens ziehen sie Feuchtigkeit. Und fühlen sie sich erst noch recht knusprig an, sind sie zehn Minuten später klebrige Klumpen, die man nicht vom Backpapier bekommt.
Ich schob sie flott zurück in den Ofen und dort trocken sie, wie es die Baisers am liebsten haben, langsam vor sich hin.
Denen ist das scheißegal, dass ich müde bin. Und ins Bett möchte. Wobei, wie gesagt, da schon jemand liegt und einen Lärm macht.

Davon abgesehen versuche ich, das Geschenk für die Frau Mutter fertig zu machen. Leider ist es im Augenblick umgekehrt und nicht ich mache das Geschenk fertig, das Geschenk macht mich fertig.
Die Frau Mutter, eigene Person, möchte auf ihren Spaziergängen Hörbücher hören, wofür ich absolutes Verständnis habe.
Sie hat ein Smartphone, auf das man Sachen aufspielen kann. Sie hat auch einen Computer, auf den man Sachen aufspielen kann, die man wiederum auf das Smartphone lädt. Und dann muss man nur noch die Pöppel in die Ohren stecken und los geht das Hörvergnügen.
Nicht.
Denn Frau Mutter möchte mit ihrem Discman über die Felder rennen.
Das Handy nimmt sie auch mit, aber damit möchte sie nicht hören. Sie will Discman. Smartphone ist ihr zu kompliziert.
Und ich sitze jetzt hier und lasse eine CD nach der anderen durchrauschen und dann kommt es zu Komplikationen. Was auch sonst.
Die CD wäre nicht kompatibel. Ganz plötzlich. Die sieben davor waren es sehr wohl, die achte hat vielleicht einen Sprung. In der CD-Schüssel. Oder der Computer hat einfach einen etwas wählerischen Geschmack und macht es nicht mit jeder CD. Kann ja sein.
Dann lassen sich auf einmal Playlisten und ihre Inhalte nicht löschen. Was unerfreulich ist. Noch unerfreulicher ist es, wenn der Computer die CD nimmt, die Playlist hübsch mitspielt und plötzlich sind alle Titel in der falschen Reihenfolge gebrannt.
Ein Schelm, wer denkt, ein Elektrogerät hätte keinen Humor. In der Weihnachtsnacht.
Da sind Elektrogeräte bekanntlich am Lustigsten.

Und ich auch.
Ich wälze mich jetzt noch ein bisschen vor Lachen am Boden, schaue gleich noch mal in den Ofen und wenn die Mistdinger immer noch alle nicht gescheit mitspielen, dann kriegen sie allesamt nichts geschenkt.

Und der Geräuschemacher?
Der schon. Der kann ja nichts dafür, dass er so schnurgelt. Und gurgelt. Und schnauft.

Summasummarum:

Frohes Fest allerseits.
Und denkt dran: Nach dem Fest ist vor dem Fest.
Euch allen ein traumaarmes und erträgliches Weihnachten.
Lasst die Finger vom Eiweiß. Wegschütten. In den Müll. Oder ins Klo. Nicht im Waschbecken in den Abfluss. Nicht.