Jetzt ist es bald geschafft, das weihnachtliche Bohei. Aber wir vergessen nicht, was vor Jahrzehnten schon der Herberger Sepp sagte: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.
Darum braucht man sich keinen Illusionen hinzugeben, es folgt eine Fortsetzung der Veranstaltung. Es sei denn, man geht über Bord, so wie es jetzt der Michael George noch schnell getan hat.
An Weihnachten ins Gras zu beißen, wenn man der Sänger eines der Weihnachtslieder aller Zeiten ist, entbehrt nicht einer gewissen Absurdität. Aber gut, wenn es ans Sterben geht, ist wahrscheinlich ein Tag so passend wie der andere.
Allein, das Jahr zweitausendsechzehn hat noch einmal gezeigt, wo es seine Prioritäten setzt. Und wenn ich ein berühmter Musiker wäre, ich würde mich vorsorglich ganz vorsichtig bewegen und stets in der Nähe eines Notarztes aufhalten. Aber ich bin zum Ende diesen Jahres auch zu einer abergläubigen Irren mutiert.

Jetzt genieße ich es erst einmal, dass das kommende Weihnachtsfest nie weiter entfernt ist als jetzt. Und überlege, ob es sich lohnt, eine Petition zu starten, die es sich zum Ziel setzt, Weihnachten verbieten zu lassen. Und zack, habe ich schon fertig überlegt und bin zu dem Schluss gekommen, es zu lassen. Es gibt so viele Menschen, die finden Weihnachten einfach toll. Die würden niemals meinen Antrag unterstützen.
Die lieben den Dekokram und die Plätzchen viel zu sehr.
Man schaue nur in all die liebevoll dekorierten Weihnachtsfenster…

Ich gehe mich nun mit Wasser begießen, werde dabei leise weinen, weil ich immer noch keine Badewanne habe und in diesem Haus auch keine mehr bekommen werde, dann werfe ich mich in bequeme Bekleidung, weil meine Speckwampe keinerlei Einengung erträgt und alleweile werde ich mich mental und mit diversen Entspannungsübungen, Mantras (Mantren? Mantri? Mantritzen?) und Liedern auf einen kurzen Abschnitt meines Lebens im Kreise der Schwiegerfamilie vorbereiten, über die ich nicht ohne Grund normalerweise den Mantel des Schweigens breite.

Aber vielleicht kann man Weihnachten mit allem drum und dran ja irgendwann in eine Theaterfassung pressen, um die Welt an meinen subjektiv gefärbten Erlebnissen teilhaben zu lassen.
(Wobei niemand an die Schwiegermutter meiner Tante herankommt, die zum Geburtstag meiner Tante dieser eine Gratis-Packung Damenbinden schenkte. Kunstpause. Als die die Tante schwanger war.)

Weiterhin frohes Fest.