Das ist meine neueste Kategorie und das aus gegebenem Anlass.
Ich werde nun Tips, Ratschläge und Hinweise ungefragt in die Welt hinausschleudern. Weil diese Dinge einfach einmal gesagt werden müssen. Zur Lebenserleichterung. Zur Seelenerleichterung. Fangen wir auch gleich an mit den Erleichterungen.

Es ist wesentlich, festzulegen, wer am Tag nach der regen Nutzung von Cous-Cous die Küche saubermacht. Um dem noch tagelangen Auftauchen von kleinen Cous-Cous-Körnchen vorzubeugen, empfiehlt sich eine sehr gründliche Reinigung mit anschließendem Staubsaugen, da die Körnchen auch in die Dielenspalten fallen, sich dort verkannten und bei anschließendem Begießen mit Flüssigkeiten aufquellen. Tip Nummer eins also:

Erstens: Cous-Cous-Körnchenentfernung bei Zeiten regeln und durchführen oder durchführen lassen.

Der zweite Rat für die tapfere Hausfrau (das soll keine Diskriminierung von Männern sein, bitte, fühlt Euch ebenfalls angesprochen, Hausfrauen und Hausfrauern) lautet:
Spring schnell weit und hoch. Es kommt auf die Geschwindigkeit und die Entfernung an. Darum sollte die Hausfrau/er den Sprungapparat, die Sprunggelenke und die Reflexe pflegen.
Wenn der frisch aufgebrühte Milchkaffee (letzter entkoffeinierter natürlich, danach nur noch mit Umdrehungen, was für mich bedauerlicherweise nicht trinkbar ist, weil ich nach dem Genuss einer solchen Tasse echten Kaffees den Rest des Tages angebunden werden muss und ein Defibrilator in der Nähe sein sollte) sich mit Schwung aus dem Glas befreit, dann muss man ordentlich hüpfen können.
Warum ist das so?
Nun, damit man sich nicht verbrüht. Und damit man sich nicht gleich noch einmal duschen muss. Und damit man sich nicht umziehen muss, sondern sofort nach dem Sprung zur Tat schreiten kann. Denn es gilt, zügig den vergossenen Kaffee wieder einzufangen. Er verteilt sich alleweile auf dem Tisch, auf der Zeitung, von der man gerade die erste Seite gelesen hat, bedauerlicherweise in der Obstschale, auf dem Handy, auf dem Stuhl und auf dem Boden. Dort ergießt er sich in die Dielenspalten, wo schon die Cous-Cous-Körnchen hocken und auf Quellmöglichkeiten warten, diese sofort ergreifen und sich in einem Ausmaß erweitern, das mich an meine Wampe in den vergangenen zwei Wochen erinnert.

Zweitens: Sprungfähigkeit regelmäßig trainieren und überprüfen.

Das Wegwischen duftender und mit etwas Zucker und viel Milch versehener Flüssigkeiten bedarf blitzschneller Planung, Überlegung, Durchführung. Dabei sollte man sich nicht reinreden lassen. Das Verbringen von noch trockenen Teilen einer Zeitung auf ausgebreiteter Flüssigkeit ist keine Lösung für die clevere Hausfrau/er. Warum? Die anschließend triefend nasse Zeitung muss irgendwie entsorgt werden. Dabei zeigt sich, dass Zeitung Flüssigkeiten nicht halten kann, sondern vollkommen inkontinent auf dem Weg zur endgültigen Entsorgungsstätte unter sich gehen lässt.
Die Hausfrau/er sollte sich auf ihren Instinkt verlassen und Handtücher, Wischlappen oder herumliegende Kleidungsstücke zum Aufsaugen des Nass nutzen, es erspart einiges an Nachwischzeit.

Drittens: Den eigenen Impulsen folgen.

Bei der Entsorgung von nassen Zeitungen sollte man aus Gründen der Zeitersparnis den überfüllten Hausmüll ebenfalls gleich mit entsorgen. Aber wichtig ist, den Müllbeutel einer Dichtigkeitsprüfung zu unterziehen. Sonst ist die Zeitersparnis gleich wieder ad absurdum geführt. Desweiteren sollte man auf die Bodenverhältnisse vor der Haustür achten, da in der jetzigen Jahreszeit die Möglichkeit besteht, dass es etwas glatter ist als zu anderen Zeiten. Hierbei empfiehlt sich entweder das Tragen von Spikes oder aber das Verstreuen von rutschblockierenden Mitteln wie Sand, Splitt oder aber, wenn nichts anderes zur Hand ist, einem Löffel Jodsalz.
Von enormem Belang ist hier wieder die körperliche Fitness der Hausfrau/er. Um zu vermeiden, wie ein Käfer auf dem Rücken neben einer Mülltonne zu liegen, braucht es Koordination in Verbindung mit Kraft und Ausdauer. Auch sollte die Dehnfähigkeit von Muskeln, Sehnen und Bändern regelmäßig beachtet und stetig verbessert werden.
Somit kann mit ein, zwei oder drei eleganten Tanzschritten und einem gewagten Ausfallschritt die Gefahrenzone durchquert und die Mülltonne unversehrt erreicht werden.

Viertens: Auch einmal auf den Boden schauen. Wenn es vor der Tür glitzert als wären diverse Fabelwesen geplatzt, ist ein geplatztes Fabelwesen mitnichten die naheliegendste Erklärung für das Glitzern.

Sollte eine Mülltonne durch gefrierenden Regen über Nacht zugefroren sein und sich trotz Ziehens, Zerrens und Fluchens nicht öffnen lassen, dann gibt es dafür nur einen einzigen Tip, Rat, Hinweis.
Die Mitte der Tonne mit Blicken fixieren, tief einatmen, und in einer konzertierten Aktion gleichzeitig „DU SCHEIßARSCHLOCHTONNE“ schreien und kräftig zutreten.
Die Tonne lässt sich sofort danach anstandslos öffnen und tut ihren Job, nämlich kaffeenasses Zeitungspapier verschlucken.

Fünftens: Zugefrorene Mülltonnen lassen sich durch gezielte Tritte öffnen.

Nun sind wir am Ende meiner heutigen Hausfrauen/ernhilfe angekommen und ich wünsche allen einen schönen Tag mit Milchkaffee in der Tasse und festem Boden unter den Füßen.