Freitag, der dreizehnte?
Der Tag, an dem irgendwelche Irren mit Messern herumlaufen und kreischende Mädchen metzeln?
Der Tag, der Pech und Unglück verspricht? Ein richtiger Scheißtag also?
Nun, ich glaube, Freitag, der dreizehnte hat sich in diesem Januar ein bisschen vertrödelt. Vermutlich zu lange im Bett herumglungert, Kaffee getrunken, aus dem Fenster geschaut und den Wolken beim Fliegen zugeguckt.
Und dann hat er sich einen Tag später auf den Weg gemacht.
Samstag, der vierzehnte also.

Natürlich könnte alles noch viel schlimmer sein. Und in Katastrophen enden. Trotzdem fühle ich mich heute von gestern verfolgt.
Es fing damit an, dass ich sehr spät eingeschlafen bin, was mir momentan öfter passiert. Das war mir aber egal, dachte ich doch, Samstag kann ich ausschlafen und entspannen.
Aber nein, Samstag, der vierzehnte, schickte mir gleich in aller Frühe ein klingelndes Telefon vorbei. Und so war ich schon kurz vor acht wach. Es war nicht mal für mich. Einziger Trost, dass Killerdog aufstehen und ein bisschen arbeiten musste.
Als ich schon einmal wach war, wartete ich noch kurz, um dann zur Post zu fahren. Dort wartete ein Päckchen auf mich, Inhalt sollte eine Handyhülle sein.
„Hamse nisch aufn Zettel geguckt?“, fragte mich die Dame hinterm Tresen. „Steht zehn Uhr. Jetz hamwa erst neun.“
„Echt jetzt?“
„Ja.“
Schön. Ich bin dann eben eine Fahrkarte für das Wolkenköpfchen holen gefahren.
An einem Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn. Für nächste Woche. Ich gab alles ein und es sah gut aus. Bis zu dem Moment, als der Automat in die Arbeitsverweigerung ging. Vielleicht ist er krank geworden, ganz plötzlich. Oder er hat sich verschluckt. Was weiß ich.
Er drehte einen grünen Kreis und meinte: BITTE WARTEN SIE EINEN MOMENT.
Nach einem Moment kam mir das komisch vor und ich rief die Servicenummer an.
„Leider wird Ihnen dieser Automat keine Fahrkarte in absehbarer Zeit verkaufen. Kaufen Sie bitte eine beim Schaffner.“, sagte die Frau der Hotline.
Gut, dann werde ich eben einen anderen Automaten aufsuchen, dachte ich. Aber erst gehe ich nochmal bei der Post vorbeit. Dort bekam ich dann mein Päckchen.
Auf dem Weg zurück nach Hause bemerkte ich durch eine Spiegelung, dass mein Auto recht wenig Licht verbreitete. Ich lenkte meine Aufmerksamkeit auf die glänzende Stoßstange des Vorderautos und siehe da, links leuchtete nichts.
Schnell hielt ich an der Tankstelle, rief bei diversen Werkstätten an, aber nein, heute leider nicht mehr. Kein Birnchen zu wechseln. Weil, es ist Samstag. Der vierzehnte.
Langsam kam ich in Fahrt und der Tag ging mir schon ziemlich auf den Sack.

Zuhause angekommen dachte ich, ich lasse mir den Tag doch nicht von einem verspäteten Dreizehner verderben.
Und packte das Päckchen aus. Und?
Natürlich. Muss ich es ausführlich erläutern? Nein, oder?
Ich tue es trotzdem. Ich dachte noch, hübsche Hülle, aber wirkt sehr groß. Und ich lag richtig. Viel zu groß für das Handy.
Zurückschicken? Bei einem Preis von acht Euro? Hab ich darauf den Nerv? Oder warte ich, bis ich irgendwann einmal ein so großes Handy habe, das da reinpasst?

Es könnte aber auch sein, dass ich die Hülle nicht zurückschicken kann, weil ich sie direkt einer Tauglichkeitsprüfung unterzogen habe, in dem ich ein kleines bisschen wild darauf herumgetrampelt bin. Und dabei mein Schimpfrepertoir einmal durchgespielt habe. Woraufhin mich die Massen im Wohnzimmer kopfschüttelnd angeschaut hätten.
Nein, ich habe mich im Griff, ich muss solche Sachen nicht tun. Ich kann immer die Contenance wahren.

Am Besten wahre ich die Contenance, wenn ich mich in einem horizontalen Zustand befinde. Vertikale Zustände sind für heute nur noch in geringen Maßen angestrebt.

Ich leg mich hin.
Bis zum Fünfzehnten.