Es ist schon spät am Abend und ich bin eine Frau mit einem Auftrag.
Wie James Bond. Einem wichtigen Auftrag. Es geht um Leben und Tod. Fast.
Nicht ganz. Aber beinahe.
Ich bekam eine Nachricht, ich solle doch bitteschön etwas bloggen. Etwas Lustiges. Harharhar. Weil ich so eine rheinische Frohnatur bin und mit einem lustigen Blogeintrag vielleicht ein Leben im fernen Brandenburg retten kann, nehme ich diesen Auftrag natürlich sehr ernst und gebe hier und jetzt und sofort mein Bestes.
Ich denke erst einmal über alle Witze nach, die ich lustig finde. Ich vermute jedoch, dass ich diese Witze schon alle der Frau in der Ferne erzählt habe. Mehrfach.
Und der Witz über den Frosch, der in einem Lebensmittelgeschäft nach Quark fragt, den fand ich noch nie lustig. Frösche sind nicht lustig, auch Kermit fand ich nie lustig. Dafür war der viel zu depressiv. Ich meine, Frösche haben Froschschenkel mit Quarkgesicht. Das ist kein Grund zu lachen.

Dann überlege ich natürlich, welche heiteren Erlebnisse ich hier niederschreiben könnte. Lustige Begebenheiten von früher. Als ich mich zum Beispiel im zarten Alter von zwölf auf einem Flug von Köln nach London, auf dem Weg zu einem zweiwöchigen Besuch (allein!) in England in der Flugzeugtoilette eingesperrt hatte und die Tür nicht mehr aufbekam. Was einen hysterischen Anfall meinerseits zur Folge hatte. Gerettet wurde ich von einer englischen Stewardess.
Wobei, ein Schenkelklopfer war das nur für unsere schadenfrohe Mutter.

Gut, extrem lustig war es damals, als ich nach einigen Schlucken eines Bieres, fortan genannt das Witzbier, eskalierte und den Gutfrisierten mit dem letzten Einhorn verglich. Aber dieser Scherz ist eindeutig ein Insider-Gag. Darüber kann jemand, der nicht dabei war, auch kein kleines bisschen lachen.

Ich merke schon, ich muss es wohl hinnehmen, heute in Sachen Witzbold zu versagen. Und was rettet einem den Arsch, wenn man selbst keinen Scherz zustande bringt?
Genau, die hirnverbrannten Witzchen anderer Leute.
Mit wieviel Witz man bei mir landen kann, zeigt einmal mehr die Liste der Suchbegriffe, dank derer irgendjemand in meinem Blog gelandet ist.
Und das ist dann mitunter wirklich nicht unspaßig. Darum hier das Feuerwerk der Lustigkeit:

Erstens:
liufeßs a peaxce of shit when you look at it
Bitte was? Da ist jemand des Englischen nicht mächtig. Oder hat zu schnell getippt. Kann passieren. Ab zum VHS-Kurs „English for beginners“. Sonst kann man sich in einem Flugzeug nicht von einer englischsprachigen Flugbegleiterin aus dem Klo retten lassen.

Zweitens:
grace anatomy wo war meredith als wegflog nicht beim derek
Fragen gleich selbst zu beantworten, erübrigt doch die Frage. Sie war nicht bei Derek. Es reicht ja, wenn man weiß, wo sie nicht war. Das ist, wie heutzutage die Nachrichten. Da wird auch gefragt: Was wissen wir über den Täter?, um gleich hinterher zu schieben: Was wir nicht wissen.
Findet das außer mir noch jemand merkwürdig, dass Dinge, die nicht gewusst werden, eine Nachricht sein können? Aber wie lustig ist das?
Nun, ich beantworte die Frage auch selbst.
Nicht lustig. Also weiter.

Drittens:
in kürze verstehen sie nur hauptbahnhof
In Kürze? Oder dauerhaft? Ich verstehe häufiger Hauptbahnhof. Bevorzugt, wenn ich versuche, die Welt zu verstehen. Oder meine Mitbewohner.
Und am Hauptbahnhof versteht man sowieso nichts. Ich vermute, die Durchsager der Durchsagen besuchen, bevor sie durchsagen dürfen, einen Nuschelkurs.

Viertens:
verwirrte frau läuft im nachthemd aus dem haus
Na und? Noch nie jemanden in Nachtwäsche im Wald getroffen? Ist doch nichts dabei. Macht doch jeder. Verwirrt oder nicht. Oder? ODER?
Und das kann sehr lustig sein.
Vor allem, wenn man eine Sternchenschlafanzughose in lila gepunkteten Gummistiefeln trägt. Wem das kein Lächeln ins Gesicht zaubert, der hat eine Sehstörung oder eine Lächelstörung.

Fünftens:
auf links gestülptes arschloch
Drei Minuten lang musste ich darüber den Kopf schütteln.
Warum kommt man zu meiner Seite, wenn man so etwas sucht? Und wie soll das denn gehen, so rein physiologisch? Das tut doch sicher weh und ist mit Komplikationen verbunden. Es sei denn, hier ist eine gesellschaftspolitische Sichtweise angesprochen und das Arschloch nicht als Körperausgang sondern als Person gemeint.
Darüber kann man einmal nachdenken. Und auch wenn es möglicherweise nicht so witzig klingt, musste ich doch in den drei Minuten Kopfgeschüttel lachen, weil ich daran dachte, wie mich eine Freundin in einem griechischen Restaurant fragte, ob ich wüsste, wie Kalamaris-Ringe hergestellt würden. Ich wusste von nichts und sie erklärte mir, dass es sich dabei um umgestülpte und panierte Hühnerarschlöcher handeln würde, weil es gar nicht so viele Tintenfische gäbe, auf der Welt.
Sprachs und aß mit Genuss ihre fritierten Ringe mit Mayo.

Sechstens:
ich bin keine prinzessin mit einem goldenen löffel im arsch
Nein, das bin ich nicht. Ich habe keine goldenen Löffel und bin nicht adlig und über meinen Hintern werde ich Stillschweigen wahren, denn der geht niemanden etwas an. 
Besonders lustig ist der nämlich nicht, mit seinem Hang zur Expansion. Wobei, wenn ich genauer darüber nachdenke, unterstelle ich manchmal den Kindern, sie hätten goldene Löffel drin. Und Zucker. Und noch dies und das, was reingeblasen wird. Ob man sich mit einem goldenen Löffel auch Humor einführen kann, wage ich zu bezweifeln.

Siebtens:
ich hab nix gemacht
Natürlich nicht. Wie käme ich dazu, irgendwas zu machen. Ich hab nix gemacht, ich bin nix schuld. Obwohl, halt, Moment mal. Ich bin eine Mutter… .
Gut. Ich bin alles schuld und hab alles gemacht. Und zwar falsch.
Wie konnte ich das vergessen. Kann man darüber lachen?
Eigentlich schon. Denn wenn die Kinder immer nie was Schuld sind und die Mutter immer alles, dann ist das lachhaft. Aber sowas von.
Und jetzt denke ich ein bisschen über meine Mutter nach.

Achtens:
was benötigt eine wolke, die es juckt?
Was für eine schöne Frage.
Ich habe keine Ahnung. Kortisoncreme? Eine Kratzbürste? Lange Fingernägel?
Und warum juckt es die Wolke? Und wo genau? Und würde es der Wolke helfen, wenn sie ein bisschen mehr Humor hätte und einfach lachen würde darüber, dass es sie juckt?
Ich weiß es nicht. Ich bin kein Wolkologe.

Neuntens:
lobotomie vorher und nachher
Bei manchen zeigt sich da kein großer Unterschied, vermute ich. Es gibt sogar Menschen, die können trotz eines solchen Eingriffs präsidiale Posten in fernen Ländern übernehmen und keiner merkt es. Ich habe auch schon oft darüber nachgedacht, ob es hilft, mit weniger Hirn durch das Leben zu laufen.
Es könnte sein, dass man dann auch mehr lacht. Weil es doch eine menschliche Eigenschaft ist, zu lachen, wenn man etwas nicht kapiert. Oder? Hihihihihiiiii…

Zehntens:
ohne bh im einkaufszentrum
Ja. Das bin ich. Und ich gebe es offen und ehrlich zu.
Ich traue mich ohne BH in Einkaufszentren. Meine Güte, bin ich wild.
Gestern war ich sogar ohne BH zu einer Kulturveranstaltung gegangen. Und ich vermute mal sehr stark, dass es niemand merkte.

Die Kulturveranstaltung war übrigens sehr lustig, nicht zuletzt, weil Killerdog dort arbeitete und die blödesten Nachbar auch da waren.
So konnte ich allerhand beobachten.
Killerdog ist ein sehr höflicher und hilfsbereiter Mensch. Wenn man nicht zu seiner direkten Kernfamilie gehört, darf man diese Eigenschaften genießen.
Und die blödesten Nachbarn sind überall blöd, nicht nur nebenan.

 

So. War das lustig?
Ganz ehrlich? Nö. War es nicht.
Ich bin auch viel zu müde für lustig. Und zu müde, was Vernünftiges zu schreiben. Das ist also jetzt ein Geschreibsel, nur damit Du hier was zu lesen hast. Bitte schön.
Lass mal morgen quatschen. Dann sage ich Dir auch, wie das mit der Entwicklung vom Äffchen zum Menschen weiter ging und ich kann Dich näher darüber informieren, dass der Mensch zwei verschiedene Arten von Läusen haben kann. Die Kopfläuse und weiter unten die Filzläuse, die übrigens direkt verwandt sind mit den Läusen, die sich bei Gorillas finden, weshalb man annimmt, dass der Mensch die Filzläuse aus seiner Zeit als behaarter Primat mitgenommen hat.
Und jetzt schlaf gut, Schwesi.
Küsschen.
Wenn was ist, ruf an. Ich komme Dich retten. Immer.