Und dann hockt man wieder da. Um einen herum wuseln die Leute in blauen Klamotten oder weißen Kitteln. Man schaut sich die Neonröhren an, den Bildschirm hier, die Tastatur da, hört das Piepen von Monitoren und Perfusoren und fragt sich, wieso man schon wieder dort gelandet ist, wo man nicht mehr so bald hin wollte.

Und während ich gegen die Kreislaufversackung ankämpfte, darüber sinnierte, wie sehr ich Ambulanzen mittlerweile hasse und dabei meinen Kranken Fürsten anschaute, der mit über vierzig Grad Fieber wie ein angefahrenes Reh auf der Trage lag, hätte ich gern etwas zertrümmert.
Oder jemanden getreten.
Ganz ehrlich, einfach mal wem die Fresse poliert. Ich war extrem angespannt und hätte etwas gebraucht, um ein bisschen davon loszuwerden.
Aber gut, ich konnte ja dem Pfleger Bert nicht ans Leder, der sollte ja die Infusion an die Rosine hängen, auf dass sie sich wieder ausbeulen und ein junger Mann werden sollte.
Trotzdem.
Was da heute wieder alles an krankenhaustechnischen Auffälligkeiten vor meinen Augen ablief, war spektakulär.
Es gipfelte darin, dass ein schnöseliger Hipster-Arzt mit Dutt und gewaltigem Vollbart den Fürsten bei seinem ersten Keks des Tages abends um sieben anherrschte, er solle nicht kauen, wenn er mit ihm spreche. Um dann gleich die Eltern anzuranzen, die absolut unverantwortlich handeln, wenn sie ihren Sohn einfach gegen ärtzlichen Rat und trotz Influenza einfach wieder mit nach Hause nehmen, anstatt ihn in einem vermieften Vier-Bett-Zimmer ohne Klo und Waschbecken, dafür mit drei sehr alten, röchelnden und offensichtlich bakteriell erkrankten Männern, zu belassen.
Und nach getaner Beschimpfung türenknallend davon zu stürmen.

Dieser Assistenzarzt im ersten oder zweiten Jahr, sicher an der Grenze zur Ohnmacht wegen Überlastung (alles Verständnis der Welt!) bekommt noch einmal ein Feedback für sein unverschämtes Benehmen.
Und wir? Nun, vielleicht sind wir unverantwortlich. Der Bursche ist schon sehr krank. Aber seit wann wird man im Krankenhaus gesund?
Umgeben von Kranken.

Ich. Hasse. Krankenhäuser.

Morgens. Mittags. Abends. Egal wann.
Ich möchte in den nächsten achtunddreißig Jahren kein Krankenhaus mehr von innen sehen.
Verdammt.
Der Fürst darf jedenfalls jetzt nicht in die Voliere und nicht in den Schweinestall. Damit die armen Viehcher sich nicht bei ihm anstecken.
Und nach Spanien darf er auch nicht.

Und mit viel Tee und Liebe und schmerzstillenden Medikamenten und etwas Fiebersenkung und ein klein wenig Übelkeitsblockung wird er auch zuhause weiterleben. Vermute ich.

Und dem Herrn Dokta schreibe ich noch.
Der kann sich mal eine schön warme Mütze anziehen.