Es ist langweilig. Anders kann man das nicht nennen. Rumliegen, trinken, trinken, rumliegen. Dazu leiden, jammern, jammern, leiden.
Das hält selbst das sonnigste Gemüt kaum aus.
Da kann man froh sein für das Internet. Und all die Serien, die man sich anschauen kann. Und wenn sie noch so doof sind. Wenigstens geht die Zeit dann ein kleines bisschen schneller um.

Ich frage mich, was hat man früher gemacht, wenn man krank danieder lag.
Ganz früher, als ich noch klein war, da lief ja morgens noch nicht einmal etwas im Fernsehen. Man konnte auf eingeblendeten Programmtafeln das Fernsehprogramm für den Tag in der Zeit von Mittag bis Mitternacht auswendig lernen. Mit etwas Glück gab es auch schon einmal ab neun Uhr dreißig Wintersport. Aber nicht im August.
Man lag auf der Couch und schaute wirklich Programmtafeln. Ich persönlich schaute sogar Testbild, wobei mich der Piepton irgendwann nervte. Ich war sehr fernsehgierig.
Es ist einfach nett, wenn man krank ist, das Gehirn in den Alphawellenzustand zu versetzen, dann merkt man das Elend nicht so sehr.

Vielleicht sollte ich auf eine alte, fast vergessene Tradition im Krankheitsfalle zurückgreifen. Dafür müsste ich mich allerdings die zwei Stockwerke unter das Dach hinaufschleppen, denn dort stehen sie im Regal. Asterix-Hefte. Alle. Und sie lesen. In jungen Jahren konnte ich sie auswendig. Oder ich schleppe mich nach nebenan ins Stübchen und hole mir Superman-Hefte. Oder Batman. Spiderman.
Oder ich greife einen Meter neben mich, da steht Prinz Eisenherz.
Wenn ich krank war und rumlag, dann habe ich, sobald es ging, gelesen, gelesen, gelesen. Und heute?
Mit jeder hirnverbrannten Serie töte ich einen kleinen Teil meines Lesevermögens. Ich muss aufhören damit. Jetzt. Sofort.
Ich muss mir Comics holen. Wenn ich weiter dummes Zeug glotze, dann verblöde ich immer mehr und ende mit der Aufmerksamkeitsspanne einer ADHS-Wüstenrennmaus auf Speed.
Wenn ich es schaffe, ein komplettes Asterix-Heft zu lesen, dann kann ich den Glotz-Bann vielleicht zerbrechen und bekomme es hin, in einem Buch zu lesen. Das wäre fein.
Ich könnte danach auch eine Zusammenfassung des Asterix-Heftes Buches verfassen und versuchen, andere Menschen zum Lesen zu animieren. Ich könnte etwas Sinnvolles mit meinem Leben anfangen. Auch mit schlimmstem Würfelhusten kann man noch ein nützliches Mitglied der Familie sein.
Und erhöhte Temperaturen lassen möglicherweise Heizkosten einsparen.

Also nun, nicht mehr lange schwafeln, aufhören, in der Holzmaserung des Schrankes abstruse Dinge zu sehen, auf geht es, Treppe rauf, Treppe runter, Asterix bei den Briten. „Lass uns die Hände schütteln…“.

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(Sehr Ihr das auch?)