liegen:

ausgestreckt daliegen/sein, in horizontaler/waagrechter Lage sein, in liegender Stellung sein, sich lagern, ruhen; (gehoben) aufruhen, gebettet sein; (umgangssprachlich) sich aalen, langliegen

Ich aale mich um den Verstand. Ich ruhe, bin gebettet und zwar dermaßen waagerecht, dass mir eventueller Tränenfluss nicht durch das Gesicht sondern direkt in die Ohrmuschel trieft. Die Tränen kommen jetzt nicht vom Heulen. Die kommen von der Nase. Vom schlimmen Schnupfen. Und wenn ich dann einen Hustenschüttel habe, läuft das Geträne im Schwung aus dem Ohr ins Kissen. Ich könnte ja auch auf der Seite liegen. Nur verstopft sich dann sofort ein Nasenloch. Und das mag ich gar nicht.

Und lesen tu ich auch kaum noch. Heute habe ich genau ein Comic-Heft gelesen. Einmal Asterix. Ansonsten habe ich vor mich hin vegetiert wie so ein Veggieschnittchen.
Viel trinken, hat er gesagt, der Herr Doktor. Zum vierten Mal hat er das gesagt. Ich war ja das vierte Familienmitglied, das mit dem Virus bei ihm aufschlug.
So habe ich mir heute einfach mal eine komplette Flasche Limonade verinnerlicht. Leider klebt jetzt auch noch mein Mund und ist irgendwie glitschig durch den ganzen Zucker.
Aber ich wollte keinen Tee mehr. Und schon gar nicht mit Thymian.

Doch, ich muss zugeben, ich werde unleidlich. Unausgelastet. Ungedingst. Ich werde einfach ein Un. Un Ding Lavendula.
Und wenn ich nicht so maßlos kraftlos wäre, würde ich hier mal richtig rabatz machen. Aber selbst das schaffe ich nicht.

Vielleicht lässt es sich ja in dieser Nacht schlafen. Ohne ständiges Husten und Schnauben. Sollte noch jemand wach sein, warum auch immer, sei es durch Viren oder durch Hexenschüsse, lasst uns imaginäre Zwiegespräche führen. Im Bett, auf dem Sofa, auf dem Boden oder Klappstuhl, wir sind nicht allein in unserem Elend. Es fühlt sich nur so an.

(Jetzt sprenge ich mir einen Weg frei durch die Nasenschleimhaut rechtes Nasenloch. Danach kratze ich mir den Rachen mit einer Flaschenbürste.)